Repetitorium Grundkurs Musik SS 2008

Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts
Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


15.01.2008
Geschichte und Technik des Generalbaßes: Barock als Generalbaßzeitalter, Schriftbild bei Monteverdi, Schütz und Johann Sebastian Bach (1685 - 1750); Basslinie und Bezifferung, Aussetzung, Stimmführungsregeln, enge und weite Lage, Freiräume zur Improvisation, die Continuo-Gruppe, J. S. Bach über das Wesen des Generalbaßes; das konzertierende Prinzip: J. S. Bach "Konzert Nr. 3 in d-moll für 2 Violinen, Streicher und Basso continuo BWV 1043, 1. Satz", "Brandenburgisches Konzert Nr. 2 in F-Dur BWV 1047, 3. Satz"; Die Fuge als zentrale Gattung der Barockzeit, Wurzeln im imitierenden Stil, "Sogetto", "Thema" und "Kontrapunkt"

22.01.2008
Die Anlage von J. S. Bachs "Wohltemperiertem Klavier" (WK - BWV 846-893), Band I: dreistimmige Fuge in d-moll, zur Technik der Fuge: das "Thema" als Keimzelle aus verschiedenen "Motiven" gebildet, "Dux" und "Comes", die "Fugenexposition", weitere "Themendurchführungen", fragmentierte Themen, "Engführung" des Themas, der "Kontrapunkt" (frei, gebunden), "Sequenzen", "Umkehrungen", "Zwischenspiele", Stimmenvervielfachung, Logik und Konsequenz der Form

29.01.2008
Bachs Präludien und Fugen in d-moll, c-moll und Cis-Dur aus dem "Wohltemperierten Klavier", Band I (Glenn Gould); Aspekte der pianistischen Bachinterpretation, die Pianisten Glenn Gould (1932 - 1982) und Swjatoslaw Richter (1915 - 1997), Gesamteinspielungen; die Fuge c-moll: dialogische Themenstruktur, "tonale Beantwortung", "doppelter Kontrapunkt", strukturierte Zwischenspiele, "Orgelpunkt", "Picardische Terz", jede Fuge entfaltet eine individuelle Formkonzeption; zur Gattung des "Präludiums", figurierte Generalbaßharmonik, Virtuosität, Weiterentwicklung des Präludiums im 19. (Frédéric Chopin) und 20. Jahrhundert (Claude Debussy, Olivier Messiaen); "The Classical Music Archives" als Studienquelle

19.02.2008
das "Mathematische" im Werk J. S. Bachs (Douglas R. Hofstadter "Gödel, Escher, Bach"), Bachs Fantasie und Fuge in g-moll für Orgel, BWV 542, die Orgelwerke allgemein, zur Kunst des Orgelspiels und der Orgelimprovisation; die große Form der Fuge in den oratorischen Werken: "Kyrie", "Crucifixus" und "Resurrexit" aus der "h-moll Messe" (John Elliot Gardiner), Kontrapunkt und "rhetorische Figuren" ("Lamentobass", "passus duriusculus"), technischer Anspruch der Bach'schen Vokalpartien; zur Bach'schen Biografie: Stationen, Personen, sein Charakter, die Handschrift; Carl Philipp Emanuel Bach (1714 - 1788) am Hof Friedrichs II. in Potsdam

26.02.2008
J. S. Bachs "Musikalisches Opfer": "Ricercare à 3", "Canon cancricans", "Canon per augmentationem, contrario motu", "Canon per tonos" etc., zur Entstehung, das "Thema regium", Widmung, Grenzen des diatonischen Tonsystems, Komplexität der kontrapunktischen Anlage; Logik und Spekulation in Bachs Alterswerk, Generierung und Codierung von Musik aus informationellen Einheiten; zur Erscheinungsform und Realität geistiger Objekte; Bachs "Contrapunctus 1" aus "Kunst der Fuge"

04.03.2008
J. S. Bachs "Kunst der Fuge" BWV 1080: Rekonstruktionsprobleme, Gesamtanlage, spekulativer Charakter, Gipfelpunkt kontrapunktischer Möglichkeiten, Gegenfugen, Spiegelfugen, Nachwirkung, Fragment der "Quadrupelfuge": zur Rhetorik des B-A-C-H-Motivs; Aspekte der Fugentechnik seit der Klassik I: W. A. Mozarts (1756 - 1791) Bach-Erlebnis, polyphone Strukturen im letzten Satz der "Jupiter-Symphonie" (Nr.41, C-Dur, KV 551); Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) "große Fuge B-Dur für Streichquartett" op.133: Suche nach Erweiterung des klassischen Formenkanons, das "Poetische", die Ausmaße, Entstehungsgeschichte

08.04.2008
Aspekte der Fugentechnik seit der Klassik II: Beethovens Suche nach der Erweiterung des klassischen Formenkanons, Fragmente, Inkonsequenzen: letzter Satz der Sonate Nr.29 in B-Dur für das Hammerklavier op.106 (Glenn Gould), besondere Gestalt des Themas, veränderte Gestik in der Krebsform (aktuell: "reverse sounds"), technische Anforderungen, merkwürdige Gesamtform; die Fächerfuge in Bela Bartoks (1881 - 1945) "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta": tonales Konzept, Struktur des Themas und Gesamtform, organische Prinzipien, Vorahnung des Phänomens der selbstähnlichen Strukturen; Exkurs: Autechre "Gantz Graf"

15.04.2008
Aspekte der Fugentechnik im 20. Jahrhundert: erweiterte Tonalität bei Bartok (youtube); kontrapunktische Strukturen, neue tonale Konzepte und Quartenharmonik bei Paul Hindemith (1895 - 1963): Klaviersonaten (youtube), "Ludus tonalis" (youtube); die polyphone Musik des Conlon Nancarrow (1912 - 1997): mathematische Strukturen, verbogene Zeit (youtube); "Electronica", "IDM", "Noise" (youtube)

22.04.2008
Vorläufer der Sonate, Giovanni Gabrielis Interesse an der Organisation des Klangs, die klassische Sonatensatzform am Beispiel von Joseph Haydns (1732 - 1809) Klaviersonate in D-Dur (Hob. XVI:37), 1. Satz "Allegro con brio": Themenbau, Abkehr von Linearität und Polyphonie, "Themendualismus", Prinzip der Entwicklung, harmonische, motivische, formale Analyse, Einflüsse Domenico Scarlattis (1685 - 1757), Durchführungstechniken, Methoden der Dramatisierung, Abgrenzung "Exposition" und "Durchführung" der Fuge, die klassische Sonatensatzform vor dem Hintergrund der idealistischen Philosophie

29.04.2008
das dialektische Prinzip in der klassischen Sonatensatzform: Charakterisierung der Themen, motivisch-thematische Arbeit, Durchführung und Reprise, L. v. Beethovens Klaviersonate op.2 Nr.1 in f-moll, 1. Satz (Arthur Schnabel); zur Geschichte und Form der klassischen Symphonie, W. A. Mozarts Symphonie Nr.29 in A-Dur (KV 201), 1. Satz, die Symphonien Beethovens als individuelle Lösungen

10.06.2008
L. v. Beethovens Symphonie Nr.6 in F-Dur ("Pastorale"), 1. Satz ("Erwachen heiterer Gefühle ..."), 4. Satz (Gewitter, Sturm) motivische Arbeit und poetische Idee, Dramaturgie, Instrumentation, Ansätze zur Auflösung der zyklischen Form, Quelle der späteren "Programmmusik"; Ausweitung des Entwicklungsgedankens beim Übergang zur Romantik, "Programmmusik" und "absolute Musik" als Pole der Symphonik nach Beethoven, historisch-politische Hintergründe: Napoleonische Kriege und Metternich-Ära, Franz Schuberts (1797 - 1828) Symphonie Nr.8 in h-moll, "die Unvollendete", 1. Satz: Äußeres Festhalten an den Formprinzipien der Klassik, innere Abkehr von den Prinzipien der Finalität und Dialektik, neue Aspekte der Entwicklung, reine Klangenergie anstelle klar umrissener Motive, Aufbau der Themen im Gegensatz zur klassischen Periodik, Schuberts Tiefe, "mein Traum"

17.06.2008
Schuberts "große C-Dur-Symphonie", 1. Satz, Themenbau im Gegensatz zur klassischen Periodik, "himmlischen Längen" (Schumann), Klangraum, Klangarchitektur, Felix Mendelssohn-Bartholdys "Lieder ohne Worte" für Klavier