Repetitorium Grundkurs Musik SS 2009

Neue Musik nach 1945
Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in ""


17.02.2009 / 18.02.2009
Grundtypen des musikalischen Satzes; der kompositorische und ästhetische Rang der zweiten Wiener Schule, Theodor W. Adorno (1903 - 1969) als Apologet; Alban Berg: Schaffensphasen, Traditionen; "Lyrische Suite für Streichquartett", 3. Satz "Allegro misterioso - Trio estatico": spezifizierte Reihentechnik, Klangfarben und Spieltechniken, Ausdrucksbreite des Streicherinstrumentariums, technischer Anspruch; zur Oper "Wozzeck": die literarische Vorlage Georg Büchners (1813 - 1837); das Violinkonzert "dem Andenken eines Engels": Analyse der Grundreihe, Volksmusik-Zitat, Bach-Zitat und Bach-Bezug; "Zitat", "Collage"; Anton Webern: Instrumentierung des 6-stimmigen Ricercare aus J. S. Bachs "Musikalischem Opfer"

10.03.2009 / 11.03.2009
J. S. Bachs Spätwerk (u. a. das "Musikalische Opfer") als überzeitlicher Bezugspunkt für spekulative Musik und Logik; Erweiterungen des Reihendenkens: das B-A-C-H-Motiv und Weberns Reihe zum Streichquartett op.28, "Symphonie" op.21: Reduktion und Konzentration, Spiegelungstechniken im Variationensatz, die Reihe als Code, Goethes "Urpflanze", das Prinzip der Selbstähnlichkeit, der Maler Piet Mondrian; Webern als Leitfigur der Neuen Musik ab 1945; Olivier Messiaen (1908 - 1992): Biografisches, Orgelmusik, zur Entstehung seines "Quatuor pour la fin du temps", daraus 1. Satz "Liturgie de cristal", Spieltechniken, Patterns; siehe auch W. Fulda "Messiaens 'Quatour ...'"

17.03.2009 / 18.03.2009
Die musikalische Sprache Messiaens: Vogelstimmen, indische Rhythmen ("nichtumkehrbare Rhythmen", wachsende und abnehmende Rhythmen, Kosmologie und Zeittheorie), Verschiebungsmuster rhythmischer und melodischer Reihen, Koexistenz unabhängiger Bewegungen als Kompositionsprinzip im 20. Jh., additive und multiplikative Rhythmik; Erweiterung des impressionistischen Erbes: Modalität, Akkorde als Skalenschichtungen; "Quatuor pour la fin du temps": 6. Satz "Danse de la fureur...": Rhythmik, Satzstruktur, erweiterte Gregorianik, Polystilistik, Katholizismus; Messiaen als Organist

24.03.2009 / 25.03.2009
Das Erbe Anton Weberns: Organisation verschiedener Parameter des Einzeltons im "Serialismus", die "Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik", Messiaens "Mode de valeurs et d'intensités", "Modus", "Raga", "Tala", modale Prinzipien im europäischen Mittelalter; französischer Klaviersatz im 20. Jahrhundert; Erik Satie (1866 - 1925): "Vexations" für Klavier, "musique d'ameublement" und der Gedanke der Klang-Installation; zur Aufführung der Orchesterwerke Messiaens, "Couleurs de la cité céleste", das Phänomen der Synästhesie; Dimensionen des Musikalischen, die Idee der Sphärenharmonie: Ciceros "Somnium Scipionis" ("De re publica", 6. Buch), Johannes Keplers "Harmonices Mundi"

31.03.2009 / 01.04.2009
Ästhetische Tendenzen nach 1945, Rationalismus, Veränderungen in Weltbild und Weltanschauung, die musikalische "Avantgarde", die Vorordnung des Materials im "Serialismus", Grenzen und Auswege: Elektronik und "Aleatorik", zum Begriff des Zufalls; Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) "Kontrapunkte" (1952), der kämpferische Grundgestus der Neuen Musik: Virtuosität und Energie, Pierre Boulez (* 1925) "Zweite Klaviersonate", "Le Marteau sans Maître" (1954), der Dichter René Char (1907 - 1988), Farbigkeit der Instrumentation; Boulez als Dirigent und Kulturfunktionär, Bayreuth, "Centre Pompidou", IRCAM

12.05.2009 / 06.05.2009
Die Entdeckung der Eigenschaften des einzelnen Tons im Serialismus, Zeitschichten und Proportionen, neue Notationsformen, Stockhausen "Zeitmasze" für 5 Holzbläser (1955/56), gekrümmtes Metrum im "Klavierstück I", Stockhausen-Dokumente: Studio des WDR Köln, Osaka-Projekt: Kugelauditorium EXPO 1970; Opernprojekt "Licht"; Neue Musik und Naturwissenschaften; zur Beziehung von Musik und Architektur: Proportionenlehre und Intervallkunde, die "Harmonik" der griechischen Tempel in Paestum, Renaissance-Konzepte, neue Systeme: Bauten von Le Corbusier (1887 - 1965) und Iannis Xenakis (1922 - 2001), der Architekt Frei Otto; Java-Programm (W. Fulda) zur akustischen Simulation von Intervallproportionen (install Java-PlugIn, Download)

19.05.2009 / 20.05.2009
Musik als Kommunikation; Stockhausens Impulse, seine Wandlungen: Serialismus und Elektronik, Einflüsse indischer Kultur und "intuitive Musik", Improvisation, Formelkomposition; "Aus den sieben Tagen - Setze die Segel zur Sonne", "Stimmung" für 6 Vokalisten (1968): indische Klangkosmologie und der Gott "Shiva", spektrale Definition von Sprachlauten, Obertongesang; "Unsichtbare Chöre" für die Oper "Donnerstag" aus "Licht" (1979); Xenakis: Biografisches, Erscheinung, antike griechische Mythologie und Philosophie

26.05.2009 / 27.05.2009
Der Mythos von Prometheus als Paradigma der Neuen Musik; Iannis Xenakis "Metastasis" für großes Orchester (1955), Mathematik, Architektur, Stochastik, Chaostheorie, Mandelbrot-Mengen und Fraktale, zum Problem der Erzeugung komplexer Hüllkurven, "Futurismus", "Bruitismus", Struktur und Gefühl, der Dirigent Hermann Scherchen, das Gravesaner Experimentalstudio; europäische Schwierigkeiten mit John Cages (1912 - 1992) Zufallsbegriff; György Ligeti (1923 - 2006) "Continuum" für Cembalo (1968): metrische Proportionsbildungen, die Rolle des Interpreten, Komponisten suchen nach extremen Konzeptionen

16.06.2009 / 17.06.2009
Archaische Praktiken und Konsequenzen akustischer Forschungen: der Obertongesang des David Hykes (* 1953); Ligeti "Atmosphères" für großes Orchester (1961): Clustertechnik (diatonisch und chromatisch), Mikropolyphonie, Komplexität durch rhythmische Proportionsbildung, filigrane Aufteilung des Streicherapparates; "Lux aeterna" für 16-stimmigen Chor a capella (1966); Analogien zur Bildenden Kunst: monochrome Gemälde (Yves Klein, Rupprecht Geiger, Mark Rothko); Wandel im Weltbild: Quantenphysik und Werner Heisenbergs "Unschärferelation", Paradigmenwechsel, Dimensionen des Zufalls, Jacques Monod "Zufall und Notwendigkeit" (1970); Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Komposition

23.06.2009 / 24.06.2009
Musik und wissenschaftliches Experiment, Ligeti 2. Streichquartett (1968), 3. Satz ("Come un meccanismo di precisione"): multiple Dimensionen der Zeit, Überlagerung unterschiedlicher Tempi, "La persistencia de la memoria" (1931 - dt. "die zerrinnende Zeit" oder "die weichen Uhren") des Malers Salvador Dali; John Cage (1912 - 1992): "The Perilous Night" (1944) for Prepared Piano: Präparationstechniken, praktischer Zugriff auf die komplexe Welt des Klangspektrums, Biografisches, Zufall, Texte, Architekturkonzepte von Buckminster Fuller (1895 - 1983), Medientheorie des Marshall McLuhan (1911 - 1980), Daisetz Teitaro Suzuki, Buddhismus, Ziel der Musik