Repetitorium Grundkurs Musik WS 2001/2002

Grundlagen europäischer Musikkultur
Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


18.09.2001
Der musiké-Begriff im klassischen Griechenland: Einheit der Künste, Mythologie, "die Musen", Apoll, Dionysos; philosophisch-wissenschaftliche Grundlegungen: Pythagoras, Platon, Aristoxenos, Boethius. Der "Harmonie"-Begriff, aktuelle Bezugnahmen, Paul Lansky "Idle Chatter"

25.09.2001
Pythagoras: Person, Legenden, "Maß und Zahl", "Tetraktys"; "musica"; Hugo von Saint Victor "Über die dreifache Musik"; universaler Charakter von Schwingungen, physikalische Grundlagen für Konsonanz und Dissonanz: Obertonreihe, Überlagerung von Schwingungen, Schwingungsverhältnisse der Intervalle, Schwebungen; der menschliche Hörbereich; Perotinus "Sederunt Principes" (Hilliard-Ensemble)

02.10.2001
Mittelalterlicher Wissenschaftsbegriff: "musica" als Teil des "Quadriviums" innerhalb der "septem artes liberales"; demgegenüber moderne Fakultätsgliederung; mathematische Beziehungen als Ausgangspunkt für die Formulierung der europäischen Tonsysteme; "Quintenkette" ("Quintenzirkel", "Quintenspirale"); daraus die Ableitungen: Pentatonik, Heptatonik (Diatonik), Chromatik, Enharmonik; Obertonreihe an schwingenden Saiten ("Flageoletts") und Luftsäulen; Schwingungsbilder verschiedener Intervalle; Harry Partch "Greek Scales" (Kronos-Quartett)

16.10.2001
Obertonreihe und "Klangspektrum"; Tonsystem und Tonverwandtschaft; "pythagoräisches Komma", Cent-Messung, "reine" und "temperierte Stimmung", reiner und temperierter Halbtonschritt, Prinzipien der Oktavteilung

23.10.2001
Obertonreihe und Klaviersaiten, "Schwingungsknoten", "spektrale Verläufe"; "genus" und "modus", System der "Kirchentonarten", Aspekte der Überlieferung; Perotinus "Viderunt omnes" (Hilliard-Ensemble); Fragen der Intonation

06.11.2001
Aktualität einstimmiger Musik in Anlehnung an antike Oktavteilungen: Rembetiko; "Gregorianischer Choral": jüdisches und griechisches Erbe, regionale Stile liturgischer Gesänge in der Spätantike, Vereinheitlichung des Repertoires durch Gregor den Großen; "Cheironomie", "Neumen", "Choralschrift"; Bedeutung einzelner Neumenhandschriften; Liturgischer Gesang: Suche nach dem Überpersönlichen; "antiphonaler" und "responsorialer" Gesang; Gattungen des Chorals (u.a. "Introitus", "Sequenz" - Osterliturgie); die mittelalterilichen Choralskalen; gestische Notation versus Tonhöhen/-dauern-Notation; Guido von Arezzo ("Guidonische Hand", Liniensystem)

13.11.2001
Gattungen des Chorals: "Psalmen" (jüdische Tradition), "Hymnen" (griechische Tradition); Modell eines "Psalmtons": "Initium", "Tenor", "Mediatio", "Finalis"; "Graduale" und "Antiphonale"; "Proprium" und "Ordinarium"; Benedikt von Nursia, Rhythmisierung des monastischen Tageslaufs; Schrift: Schlüssel; Stile: "accentus" (syllabischer Gesang), "concentus" (melismatischer Gesang); Ambrosianische Liturgie; Bedeutung des gregorianischen Chorals für die Entwicklung der Mehrstimmigkeit: "Organa" des 12. Jahrhunderts und "Cantus firmus"-Dehnung

20.11.2001
Darstellungen Gregors des Großen, Bedeutung von Schrift im Mittelalter; Guillaume de Machault "Messe" - "Kyrie" (Kronos-Quartett): erstes vollständig und vierstimmig vertontes Messordinarium, Biografisches; Dreiteiligkeit des Kyrie; Weg von Neumenschrift zur "Mensuralnotation", Arten der zeitlichen Organisation; die "schola cantorum" (Darstellung Franchinus Gaffurius), Notre Dame von Paris als Humanisten-Zentrum, die Rolle der Kathedralen (Reims, Cambrai etc.)

04.12.2001
Handschrift und Druck (Rolle Nürnbergs); metrische Systeme der Mensuralzeit: "tactus integer valor", "tempus perfectum", "tempus imperfectum"; Guillaume Dufay "Gloria ad modum tubae"; niederländische Kontrapunktik: Kanons, Dehnungen, Cantus firmus-Bearbeitungen; Guillaume Dufay "Missa l’homme armé" - "Kyrie"; Sänger: Knaben, Kastraten, Countertenöre; die Generationen der niederländischen Komponisten

11.12.2001
Josquin Desprez "La Spagne", metrische Proportionen im "Agnus Dei" der "Missa l‘homme armé" von Josquin; Bilddarstellungen