Repetitorium Grundkurs Musik WS 2004/2005

Krise der tonalen Musik und neue Wege im 20. Jahrhundert
Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


21.09.2004
"Riemann-Musiklexikon", "Die Musik in Geschichte und Gegenwart" (MGG), "dtv-Atlas zur Musik";
Richard Wagner (1813 - 1883): "Parsifal" und "Tristan" als Schlüsselwerke für die Tonsprache des 20. Jahrhunderts; Wolfram von Eschenbachs (~1170 - ca. 1220) "Parzival" als Vorlage; V. Buch: Parzivals Ankunft beim Fischerkönig, das Gralsritual

28.09.2004
Gralsmythen keltisch, christlich; Parsifal-Vorspiel: "impressionistische" Klangflächen, musikalische Anleihen beim "gregorianischen Choral" und "Palestrinastil", melodische Grundformen, Amfortas am See; Handlung und dramatische Konzeption, die einzelnen Personen, "Diatonik" und "Chromatik" im Dienst einer umfassenden Programmatik; Sinnlichkeit und Sehnsucht nach Erlösung als antipodische Grundmotive bei Wagner, zum Wagner'schen Antisemitismus, Aktuelles zu Bayreuth, Schlingensief etc.

05.10.2004
Inspiration zu den Parsifal-Orten: Dom von Siena, Palazzo Rufolo in Ravello; Verwandlungsmusik des I. Aktes: Leitmotivtechnik, "zum Raum wird hier die Zeit"; II. Akt Anfang, zum Verhältnis Klingsor - Kundry, Chromatik, Terzverwandtschaft; zur Entwicklung von Wagners musikdramatischer Konzeption: romantische Oper, Musikdrama, Bühnenweihfestspiel, Gesamtkunstwerk; das Festspielhaus in Bayreuth, zum Verhältnis Wagner - König Ludwig II. von Bayern (1845 - 1886); Oper allgemein als Versuch zur Wiederbelebung der antiken Tragödie, Friedrich Nietzsches (1844 - 1900) Schrift "Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik", das Orchester im Musikdrama in Analogie zum Tragödienchor, die motivisch-thematische Arbeit Beethovens als Wurzel.

12.10.2004
Beethoven als Wurzel für die Musik des 19. Jahrhunderts; Wagners Parsifal: Vorspiel zum III. Akt, Verwandlungsmusik des III. Akts; Nietzsches Kritik an Parsifal; die Arbeit mit Leitmotiven konkret, die Rolle der Leitmotivtechnik in der Filmmusik (John Williams); zur Entstehung der Begriffe "harmonische Tonalität" (Jean-Philippe Rameau, Hugo Riemann), "Atonalität", neue Ordnungsversuche: Distanzprinzip (Liszt, Debussy, Messiaen etc.), Bi- und Polytonalität (Strawinsky, Milhaud etc.), Zwölftontechnik, neue Tonalität etc.

19.10.2004
"Kunstreligion", Hans von Bülow (1830 - 1894); Wagners "Tristan und Isolde": Vorspiel; zur Interpretation Wilhelm Furtwänglers (1886 - 1954); die Umstände der Entstehung, Wagners Frauen: Minna Planer, Mathilde Wesendonck, Cosima von Bülow; der Versroman "Tristan" des Gottfried von Straßburg (um 1200) als Vorlage, Inhalt; der Tristan-Akkord, Ernst Kurth "die romantische Harmonik und ihre Krise in Wagners Tristan" (1920), zur Harmonik allgemein, "unendliche Melodie", Tonikalosigkeit

26.10.2004
Wagners Tristan-Vorspiel: "Kunst des Übergangs", Sonatensatzform ohne Finalcharakter; die Philosophie Arthur Schopenhauers (1788 - 1860) als Hintergrund und der Gegensatz zu G. F. W. Hegel (1770 - 1831); "Polyphonie des Unbewußten", Möglichkeiten psychoanalytischer Interpretationen; Anknüpfung und Abgrenzung: Claude Debussy (1862- 1918) und die Musik Frankreichs, die Nähe zur Malerei, neue ästhetische Haltungen, "Impressionismus"; Debussy's Wagner-Erlebnis, die Oper "Pelleas et Melisande", Anfang I. Akt, zum Inhalt, Tristan-Parallelen, musikalische Form, Sprachduktus, Harmonik; Maurice Maeterlinck (1862 - 1949) und der Symbolismus

09.10.2004
Claude Debussy "Jeux des vagues" aus "La Mer"; distanzielle Strukturen: Chromatik, Ganztonleiter, Ganzton-Halbton-Skala, verminderter Septakkord; Bilder der Maler Claude Monet, Paul Cézanne, EdgarDegas, Auguste Renoir; Impressionismus - Expressionismus; der Maler Wassily Kandinsky; die "neue Wiener Schule": Arnold Schönberg (1874 - 1951), Alban Berg (1885- 1935), Anton Webern (1883-1945); Schönbergs Wurzeln (Brahms, Wagner), 3 Schaffensphasen, die Freundschaft mit Kandinsky, eigene Gemälde, Streichsextett "Verklärte Nacht" op.4 (1899), "drei Klavierstücke" op.11 (1909)

16.11.2004
Die "Klangfarbenmelodie" bei Komponisten der klassischen Moderne, Schönbergs "Farben" aus "5 Orchesterstücke" op.16; Notwendigkeit und Konsequenz des Schrittes zur Atonalität; Zwölftontechnik ("Dodekaphonie") als Versuch zur Neuordnung des Tonmaterials, Verlust der Reinheit der Intervalle in der temperierten Stimmung als Voraussetzung, Entwickler neben Schönberg: Josef Matthias Hauer, russische Komponisten; Probleme bei der Realisierung reiner Stimmungen (alternative Tastaturmodelle in Athanasius Kirchers "Musurgia universalis" von 1650); Elemente und Verfahren der Zwölftontechnik: Grundform, Umkehrung, Krebs, Krebsumkehrung, Transposition, Reihenschichtung, Reihenbrechung, Spezialreihen; Reihendenken und moderne Musiktechnologie: Midi-Notennamen, Transformationsfunktionen

23.11.2004
Anton Webern: "Der Grundton schwebt frei im Raum"; Schönbergs "Suite für Klavier" op.25, die Formen der barocken Suite; zur Situation der Neuen Musik im 20. Jahrhundert, Notwendigkeit der beständigen Neuformulierung formaler und materialer Grundlagen; Alban Bergs Violinkonzert "dem Andenken eines Engels": Analyse der Grundreihe, Bach-Bezug und Bach-Zitat; der kompositorische und ästhetische Rang der Wiener Schule; Stanley Kubricks Film "A Space Odyssey" (1968) und die Musik György Ligetis (* 1923)

30.11.2004
Alban Berg "Lyrische Suite für Streichquartett", 3. Satz "Allegro misterioso - Trio estatico", spezifizierte Reihentechnik, das geheime Programm, Klangfarben und Spieltechniken ("pizzicato", "col legno" geschlagen und gestrichen, am Steg, am Griffbrett); Anton Webern "Symphonie" op.21, Spiegelungstechniken im Variationensatz, Erweiterung der Reihentechnik, die Reihe als Code, Goethes "Urpflanze", der Maler Piet Mondrian; neue Wiener Schule und musikalische Tradition

07.12.2004
Entstehung von J. S. Bachs "Musikalischem Opfer"; Weberns Instrumentierung des 6-stimmigen Ricercare daraus, das BACH-Motiv und Weberns Reihe zum Streichquartett op.28, das Spätwerk Bachs als überzeitlicher Bezugspunkt für spekulative Musik und Logik (Douglas R. Hofstadter "Gödel, Escher, Bach"), zur Geschichte der Buchstaben-Ton-Beziehung, Mondrian-Strukturen, Reihe und Idee; Strawinski und die 12-Ton-Technik; die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik, Olivier Messiaens (1908 - 1992) "Mode de valeurs et d'intensités", Organisation verschiedener Parameter des Einzeltons, "Serialismus"

14.12.2004
Olivier Messiaen "Quatuor pour la fin du temps": "Liturgie de cristal" - Enstehungsumstände, theologisches Programm, serielle Strukturen, Spieltechniken, Messiaen als Lehrer, Dimensionen der Zeit, Rhythmusbegriff, Ornithologie, Reihenverschiebungen, "Modus": Antike, Mittelalter, Neue Musik, indische Ragas und Talas; Reihenverschiebungen mit Max

21.12.2004
Olivier Messiaen "Quatuor pour la fin du temps": "Danse de la fureur...", unisono, erweiterte Gregorianik, Polystilistik; zur Aufführung von Messiaens Orchesterwerken, "Couleurs de la cité céleste"