Repetitorium Oberstufe 11 Musik – SS 2013

Musikalische Gattungen und Klangkörper im Wandel – Musik und Politik

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


15.07.2013
Interpreten und Interpretation: zur Berufswirklichkeit von Orchestermusikern, Erfüllung und Alltag, Klischees und Stereotypen, Musikerlebnis als Gegenstand neuropsychologischer Forschung, Belastungssituationen, Antonín Dvořák (1841 - 1904) "Sinfonie Nr. 9 'Aus der Neuen Welt'", 2. Satz, Englischhorn-Solo, Berufsorchester in Deutschland und weltweit, Funktionalisierung von Musik und der Anspruch der Autonomie (Theodor W. Adorno: "unersetzlich ist nur, was zu nichts taugt"); zur Entwicklung des europäischen Konzertwesens, musikalische Zentren, Konzert und Bürgertum, "Kunstreligion", Subventionierung; Musik im Spannungsfeld von öffentlich-rechtlichem Rundfunk und privaten Medienanstalten, "Bildungsauftrag"; "Konzert" als musikalische Gattung: Etymologisches, "Concerto grosso", "Solokonzert", "Konzert für Orchester"; Schostakowitsch "11. Sinfonie in g-moll", 4. Satz

08.07.2013
Schlüsselbegriffe des kulturellen Feindbildes in der Sowjetunion: "Avantgarde", "Formalismus", Reaktion der "Prawda" auf Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk", monumentaler Jubel in seiner "5. Sinfonie" als Bußübung? Anbiederungsversuche: Wano Muradeli "Die große Freundschaft" (Oper); Die Organe der ideologischen Durchdringung: Schriftsteller-, Komponisten-, u. a. Verbände, Schostakowitschs umstrittene Memoiren ("Zeugenaussage – …" hrsg. von Solomon Volkow), die 15 Sinfonien, neue Impulse für die Orchesterkultur im 21. Jahrhundert: das Jugendsinfonieorchester "Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar" (Dirigent: Gustavo Dudamel) mit Schostakowitsch "10. Sinfonie in e-moll", Musikerziehung und Sozialarbeit: "El Sistema"

24.06.2013
Blüte der russischen Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts, "silbernes Zeitalter", das Werk Igor Strawinskis (1882 - 1971), 100-jähriges Jubiläum der Uraufführung von "Le Sacre du Printemps", revolutionäres Pathos und visionäre Entwürfe: "Suprematismus" (der Maler Kasimir Malewitsch (1878 - 1935)), "Futurismus" (der Dichter Wladimir Majakowski (1893 - 1930)), die ideologische Erstarrung der Stalinzeit, zunehmende Bedeutung von Ironie und Doppelbödigkeit, "sozialistischer Realismus"; Orchesterbehandlung bei Schostakowitsch

17.06.2013
Musik in der Sowjetunion, historische Voraussetzungen, geistige Entwicklungen, Hegel-Marx-Lenin, Leninkult, Bedeutung der Sonatensatzform, Dmitri Schostakowitsch (1906 - 1975) "12. Sinfonie in d-moll – das Jahr 1917", 1. Satz, Themenbau, Entwicklung, Form und kompositorische Idee, die Technik des Zitats, Ironie und Brechung, russische Volkslieder, kreative Arbeit in totalitären Systemen, künstlerisches Schaffen und allgegenwärtiger Legitimationsdruck, Rechtfertigungsstrategien, Revolutionslieder ("Brüder, zur Sonne, zur Freiheit"), Arbeiterchöre, der Dirigent Hermann Scherchen (1891 - 1966)

10.06.2013
Jüdische Musikerbiografien im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Einwanderer aus Osteuropa beeinflussen die Entwicklung des US-amerikanischen Jazz (Joseph Roths Roman "Hiob", der Komponist Irving Berlin (1888 - 1989); amerikanische Komponisten mit osteuropäischen Wurzeln: George Gershwin (1898 - 1937), Benny Goodman (1909 - 1986) u. a.); die "Neue Wiener Schule" als Angriffsziel ideologischer Polemik in totalitären Systemen: Arnold Schönberg (1874 - 1951), Alban Berg (1885 - 1935) "Über die Grenzen des All …" aus 5 Orchesterlieder op. 4, Anton Webern (1883 - 1945) "4. Bagatelle für Streichquartett op. 9", Ausdruck, Tonmaterial, Spieltechniken, Zeitschichten, "Tonalität", "erweiterte Tonalität", "Atonalität", "Zwölftontechnik"; "Kulturbolschewismus" als Feindbild des Nationalsozialismus, Bewertung des Dreiklangs; Richard Strauss (1864 - 1949 – "Olympische Hymne") und die Reichsmusikkammer; der ambivalente Umgang mit dem Jazz, Swing im Deutschland der 30er Jahre ("Chattanooga Choo Choo" in den Versionen der Bigbands von Glenn Miller und Teddy Staufer); Parallelen zur Geschichte der DDR; Musik im Dienst von Verdrängung und Propaganda: Rundfunk, Wilhelm Furtwänglers symphonische Botschaften nach Stalingrad, Durchhalteschlager (Fred Raymond "Es geht alles vorüber"), Kontrafakturen

03.06.2013
Musik als Mittel zur Systemstabilisierung in der DDR; deutsche Kulturpolitik zwischen 1933 und 1945: agressive Abgrenzung gegenüber freien Strömungen in der Weimarer Republik, "Kraft durch Freude" (KdF), Bücherverbrennung, "entartete Kunst", "entartete Musik", Bewertung des Jazz, Einführung von "Reichsmusiktagen"; "völkische Revolution" und Rassenideologie, Julius Streichers Wochenzeitung "Der Stürmer", Carl Maria von Webers (1786 - 1826) Oper "der Freischütz" und das Klangidiom der deutschen Romantik, der Umgang mit dem jüdischen musikalischen Erbe, Verbannung der Werke Felix Mendelssohn-Bartholdys (1809 - 1847 – "Musik zu Shakespeares Sommernachtstraum"), seine Verdienste um die Bach-Renaissance, Gustav Mahlers (1860 - 1911) u. a., Umdeklaration von Liedtexten, Heinrich Heines (1797 - 1856) "Loreley" in der Vertonung Friedrich Silchers (1789 - 1860), deutsche Mythologie und antike Wurzeln

13.05.2013
Der musikalische Ausdruck politischen Aufbegehrens: zur politischen Situation in den USA zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Pink "Dear Mr President", melodische Aspekte und Wirkung, Einfluss des "Blues", "Patterns", "Bridge"-Formen, Live- und Studio-Sound; Kultur im Dienst totalitärer Systeme: Instrumentalisierung von Musik im Erziehungssystem des Nationalsozialismus, Sprachduktus, Feier, Kult, "Wir-Lieder": "Volk ans Gewehr"; die Rolle von "Wandervogel" und "Jugendbewegung", psychologische und musikalische Elemente des Kampfliedes, der Gestus des Erhabenen; Musik als Mittel zum Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in der DDR: "Lied der Partei" (Ernst Busch)

06.05.2013
Zur Analyse melodischer Strukturen: Tonmaterial (chromatische und diatonische Skalen, "Heptatonik", Dur- und Mollskalen, "modale" Skalen, "Pentatonik"), Intervallstruktur, Gliederung (offen und geschlossen), Motivbildung, rhythmische Aspekte ("Hemiolen" in Dreiertakten); Übungsbeispiele: Nikolai Rimsky-Korsakov (1844 - 1908) "Hummelflug" (David Garrett, Violine), Bela Bartok "Mikrokosmos III Nr. 78", W. A. Mozart "Menuett KV 1"; Formen des Liedes: "Strophenlied", "variiertes Strophenlied", "durchkomponiertes Lied", Franz Schubert (1797 - 1828) und das "Kunstlied"; das amerikanische "Civil Rights Movement" und die Folksänger der 50er und 60er Jahre, "Protestsong", Bob Dylan als Prototyp des "Singer-Songwriter", Biografisches, musikalische Wurzeln und Stil

29.04.2013
Das Prinzip der Sonatenform als Analogie zu Denkmodellen des philosophischen Idealismus, der Dialektik-Begriff Georg Friedrich Wilhelm Hegels (1770 - 1831); Musik im Dienst politischer Ideen: Arbeiterlieder, bewußte Diskrepanz zwischen Sprache und traditioneller musikalischer Gestalt, die Melodie der Ballade "Es liegt ein Schloss in Österreich" als Vorlage für "das Blutgericht" (Lied der schlesischen Weber 1844), Kontrafaktur; die neue Wertschätzung der Volksdichtung im beginnenden bürgerlichen Zeitalter: Johann Gottfried Herder (1744 - 1803): "Stimmen der Völker in Liedern", Heinrich Heine (1797 - 1856), Achim von Arnim (1781 - 1831) und Clemens Brentano (1778 - 1842): "Des Knaben Wunderhorn", die Gebrüder Grimm; die Kabarettgruppe Biermösl Blosn "Sabinchen"; Protestsongs in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts: Bob Dylan (* 1941) "The Times They Are A-Changing"; Aspekte der melodischen Analyse: Tonvorrat, Ambitus, Intervallbehandlung und Verlauf, Taktart und Rhythmik, Struktur (gebunden, frei)

22.04.2013
Die "klassische Gerüstbautechnik", das Schema der "Sonatensatzform", Kompositionsverfahren in der "Durchführung": Konfrontation der Gegensätze, Verwandlung der gegebenen musikalischen Gedanken, überraschende Wendungen, Entwicklung, dialektischer Prozess, These und Antithese in der "Exposition", Synthese in der "Reprise"; die Sonate im gesellschaftlich-politischen Kontext des 19. Jahrhunderts; Herausbildung des klassischen Sonatentyps bei Joseph Haydn (1732 - 1809), Klaviersonate in D-Dur, Hoboken-Verzeichnis XVI:37, 1. Satz "Allegro con brio" (Fazil Say): Deutlichkeit thematischer Gedanken gegenüber energetischen Spielfiguren, individuelle Durchführungslösungen

15.04.2013
Grundwissen Harmonik: Funktionstheorie, Kadenz, Tonika, Dominante, Subdominante, Paralleltonart, Quintenzirkel; der Wandel vom Barock zum "Empfindsamen Stil"; das Köchelverzeichnis; W. A. Mozart (1756 - 1791) Klaviersonate in c-moll, KV 457, 1. Satz: die klassische Periode als Modell für beide Themen, dialogische Feinstruktur des ersten Themas, verschwimmende Konturen im zweiten Thema, "Themendualismus" und Dramatik, Prinzip der Entwicklung, klassische Begleitfiguren ("Albertibässe"), harmonische Bewegungen

18.03.2013
Zur tonalen Disposition barocker Fugen, großdimensionierte Fugen im Orgelwerk J. S. Bachs: Präludium und Fuge in g-moll, BWV 542, Stimmenanzahl, Charakter des Themas, spieltechnische Herausforderungen; Aspekte der Fugenkomposition im 20. Jahrhundert, Béla Bartók (1881 - 1945) als Vertreter der "klassischen Moderne", Anfänge der Musikethnologie und europäisches Erbe, "Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta", 1. Satz ("Fächerfuge"), Besetzung, Rhythmik, Gestalt des Themas, chromatische Melodik ("freie Tonalität), Einsatzfolge, Gesamtform, "Selbstähnlichkeit"

11.03.2013
Die Fuge als große Synthese polyphoner Kunst, Verbindung von Strenge und Fantasie; zur Geschichte: das "Ricercar", Höhepunkt im Barock, die Fuge in der Klassik (Ludwig van Beethovens "Hammerklaviersonate" u.a.) und im 20. Jahrhundert; J. S. Bach Präludien und Fugen in c-moll, Cis-Dur und d-moll aus dem ersten Band des "Wohltemperierten Klaviers" (Glenn Gould), der Bau des Themas (statische und dynamische Elemente), harmonischer Rhythmus, tonale und reale Beantwortung, Struktur des Kontrapunkts, gegenseitige Beziehungen der einzelnen Motive untereinander, einfacher und mehrfacher Kontrapunkt, Kombinationsmöglichkeiten, motivische Arbeit in den Zwischenspielen, Konzept der Gesamtform; Engführungen, Gestaltänderungen (Umkehrung, Augmentation und Diminution)

04.03.2013
Diatonische und chromatische Schritte, der "verminderte Septakkord", erweiterte Punktierungen, Richard Wagner Ouvertüre zu "Tannhäuser" (Motive der Venus-Welt), Entwicklung des Orchesters vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, das Festspielhaus in Bayreuth, der "mystische Abgrund", Virtualisierung des Klangs; Musikalische Gattungen I: die "Fuge", J. S. Bach Fuge in c-moll aus dem ersten Band des "Wohltemperierten Klaviers", Thema, Dux, Comes, Kontrapunkte, Exposition, Durchführungen, Zwischenspiele, Orgelpunkt; Fugentypen

25.02.2013
Richard Wagner Ouvertüre zu "Rheingold", Klangmystik; Wurzeln des Wagner-Klangs bei Carl Maria von Weber (1786 - 1826) und Hector Berlioz (1803 - 1869), Fortwirken der Kunst des Instrumentierens ("Fülle der Kombinationen") in der symphonischen Musik der Spätromantik: Anton Bruckner, Gustav Mahler, Richard Strauss; Grundkonstellationen im Werk Wagners, Tätigkeit als Autor und Textdichter; Ouvertüre zu "Tannhäuser" (Pilgerchor, Reuemotiv), Inhalt, "Leitmotiv", die Bedeutung von "Diatonik" und "Chromatik"

18.02.2013
Zum Begriff des "Klassischen": "Weimarer" und "Wiener Klassik"; die Symphonien Joseph Haydns und W. A. Mozarts, das Partitur-Konzept des klassischen Orchesters, Beethoven "Symphonie Nr. 8" in F-Dur op. 93, 1. Satz, Durchführung und Reprise, "motivisch-thematische Arbeit", die Bedeutung von Religion und Arbeit in der neuen bürgerlichen Gesellschaft, Ästhetik der Klarheit und Verständlichkeit, Beethovens Stellung zwischen Klassik und Romantik, der "freischaffende Künstler"; die Beethoven-Rezeption in Frankreich; Richard Wagner (1813 - 1883): die Bedeutung Beethovens, Werkübersicht (Frühwerke, romantische Opern, Musikdramen, Bühnenweihfestspiel), Revolution und Exil, die Vorstellung von der Erneuerung des Musiktheaters als "Gesamtkunstwerk", die Beziehung zu Ludwig II. von Bayern, München und Bayreuth

04.02.2013
Die Beziehung zwischen Klangkörper und Konzertraum, das Klangideal der neuen bürgerlichen Gesellschaft, zur Entwicklung des Konzertsaals, aktuelle Konzeptionen, virtuelle Klangräume in den Neuen Medien; Entsprechungen zum "Empfindsamen Stil" in der Literatur: "Empfindsamkeit", "Sturm und Drang"; Klangkörper und Ästhetik: Ausbildung von überregionalen Besetzungsstandards im 18. Jahrhundert, europäische und amerikanische Orchesteraufstellungen, die neue Funktion des Dirigenten, der neue Beethoven'sche Gestus und sein erweitertes Orchester, "transponierende Instrumente"; Ludwig van Beethoven (1770 - 1827) "Symphonie Nr. 8" in F-Dur op. 93, 1. Satz, Exposition

28.01.2013
"Empfindsamer Stil", die "Mannheimer Schule", kulturgeschichtliche Voraussetzungen, Johann Stamitz (1717 - 1757) "Sinfonia à 8", "La Melodia Germanica", Anfänge der Klarinette, der Nürnberger Instrumentenbauer Johann Christoph Denner (1655 - 1707), Musikhistoriker des 18. Jahrhunderts: Charles Burney (1726 - 1814), Christian Friedrich Daniel Schubart (1739 - 1791), Verfeinerung der Spieltechniken, Entdeckung der Dynamik (im Gegensatz zur "Terrassendynamik" früherer Epochen), Qualität und Selbstverständnis des Mannheimer Orchesters, "Mannheimer Manieren", der Einfluss auf W. A. Mozart; die klassische "8-taktige Periode" als Grundlage des Themenbaus: Symmetrie von "Vordersatz" und "Nachsatz"; "Wiederholung" und "Sequenz"; Wandlungen der Gattung "Symphonie"

21.01.2013
Zur Tradition der Tonsymbolik: Übertragung architektonischer in musikalische Strukturen in Dufays Motette "Nuper rosarum flores" zur Weihe der Kuppel des Florentiner Doms, Ableitung eines Cantus firmus aus dem Herrschernamen in Josquin Desprez' "Missa 'Hercules Dux Ferariae'", spekulative Zahlensymbolik bei J. S. Bach; Klangbild und Klangkörper des Hochbarock, Michael Praetorius' (1571 - 1621) grundlegende Schrift "Syntagma Musicum", das neue Prinzip des Konzertierens, Georg Friedrich Händels "Wassermusik", Weiterentwicklung der Mehrchörigkeit, J. S. Bach "Sonate für 2 Violinen und Basso continuo" BWV 1037, "Generalbaßzeitalter", Georg Philipp Telemann (1681 - 1756), Regeln und Übungen zum Aussetzen einer Generalbass-Stimme, typische Besetzungen, Symbolik

07.01.2013
Demonstrationen aktueller Sequenzer-Software: Magix Music Maker (Maximilian Bartelt), Logic (Lucas Doll). Tracks, Samples, Loops, Arrangement, Midi-Protokoll, Piano-Roll, Effekte, VST-Plugins. Konzeption von Stücken