Repetitorium Oberstufe 12 Musik – SS 2014

Musik nach 1950

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


07.04.2014
Sprachliche Aspekte in der Neuen Musik: Luciano Berio (1925 - 2003) "Sequenza III für Stimme" (Cathy Berberian), Katalog von Emotionen; der dadaistische Ansatz in Kurt Schwitters' "Ursonate" (1919), "Universalkunst" und "MERZ", Collage, Stephan von Huene "Kurt Schwitters sound sculpture", Sprache als Reservoir von Klängen und Emotionen in György Ligetis "Aventures" (1963), zur Klangstruktur von Vokalen, "Formanten"; zur Vielfalt aktueller Vokalstile: Take Six "So much to say"

17.03.2014
minimalistische Elemente in neuer Computermusik aus Kanada: Paul Lansky (* 1944) "Idle Chatter" (1985); zur Entstehung der DJ-Kultur: Grandmaster Flash "Adventures … on the Wheels of Steel", Verfahren und Techniken, künstlerische Aspekte; Folgen der Digitalisierung ab den 80er Jahren: Sampler und Synthesizer, das MIDI-Protokoll, Sequenzer-Software; "Everything is a file": das weitere Zusammenwachsen auditiver und visueller Medien, aktuelle Tendenzen in der Medienkunst (VJ-Kultur): das englische Electronica-Duo Autechre ("Gantz-Graf"), Noise-Ästhetik und Video-Generierung; der japanische Klang- und Videokünstler Ryoji Ikeda (* 1966): "data.microhelix", "data.path", "data.matrix"; spartenübergreifend: Carsten Nicolai (* 1965), "utp_" (mit Ensemble Modern); neue Aufführungsformen elektronischer Musik: "Live-Coding", Andrew Sorensen "antiphony", Reminiszenzen mittelalterlicher Musik, Vielfalt der metrischen Ebenen, Tempuslehre, "Ars nova", Improvisation und Konzeption, Musik als Denkstruktur und Text, die Bedeutung der Programmiersprache LISP für die Computermusik

10.03.2014
Steve Reich "Drumming" für 6 Schlagzeuger (1970/71): kultische Länge, kontinuierliche Phasenverschiebungen, allmähliche Ein- und Ausblendungen, modale Harmonik, Einflüsse westlicher Traditionen: Kanontechnik, Tonbandschleifen; Ziel der Durchhörbarkeit, die Ästhetik der Wiederholung, Minimalismus und oratorische Formen: "Tehilim" (Vertonung hebräischer Psalmen für Stimmen und Orchester, 1981), "Desert Music" für Chor und Orchester (1985); Beziehungen zu Bildender Kunst (Sol LeWitt) und Architektur (Herzog & de Meuron "Universitätsbibliothek Cottbus" u. a.); Einflüsse auf die Club-Kultur: Nobukazu Takemura auf "Reich Remixed" (Hommage 1999); weitere Minimalisten: Philipp Glass (* 1937, Film "Koyaanisqatsi"), Kevin Volans (* 1949) "White Man Sleeps" für Streichquartett (1982)

24.02.2014
Happening und aktuelle Eventkultur; musikalische Entwicklungen als Spiegel des Zeitgeistes: Jacques Monod (1910 - 1976) "Zufall und Notwendigkeit"; John Cage "Sonatas & Interludes" for Prepared Piano, "Organ2/ASLSP" ("As slow as possible" für Orgel) in Halberstadt seit 2001; "Minimal Music", Steve Reich (* 1936): frühe Tonbandstücke ("It's gonna rain"), Einfluss der musique concréte, Einflüsse aus Indonesien und Afrika (Xylophonmusik aus Uganda: "resulting patterns", "inherent patterns"), die Kombination mit westlichen Traditionen: Kanontechnik, Tonbandschleifen, kontinuierliche Phasenverschiebungen, allmähliche Ein- und Ausblendungen, modale Harmonik, "Six Pianos" (1973)

17.02.2014
Weiterwirken der 50er Jahre in der aktuellen Electronica-Szene: Darren Cunningham (aka Actress) "Ghettoville"; Darmstädter Irritationen durch Impulse zur Neuen Musik aus den USA: John Cage (1912 - 1992) "Streichquartett" (1950), "Imaginary Landscape" (1951), Biografisches, Schüler bei Schönberg, Begegnung mit Daisetz Teitaro Suzuki ("The Great Liberation – Introduction to Zen Buddhism"), Buddhismus, zum Begriff des Zufalls, das chinesische Orakel- und Weisheitsbuch "I Ging" und der deutsche Übersetzer Richard Wilhelm, Komponieren heißt Entscheiden: Münzwurf; Happening und Performance (" 4’33” "), radikaler Verzicht auf Virtuosität, europäische Schwierigkeiten mit Cages Denken: Missverständnisse, Traditionslosigkeit? Das präparierte Klavier: "The Perilous Night"; die Beziehung Cage - Boulez; aleatorisches Konzept in Stockhausens "Klavierstück XI"; geistesverwandte Maler, Jackson Pollock (1912 - 1956): "Drip Paintings"

10.02.2014
Frühe Notationsformen elektronischer Musik und modernes Sequencer-Design, Stockhausens Schaffensphasen: Serialismus, "intuitive Musik", "Formel-Komposition" (Opernprojekt "Licht"), Kugelpavillion auf der Weltausstellung in Osaka 1970, Raumklang-Komposition unter analogen Bedingungen, Gestaltung von Klang wird zum zentralen Anliegen, "Klavierstück I" (1952 – Aufnahme mit David Tudor): interpretatorische Herausforderungen, serielle Strukturen, komplex überlagerte Zeitschichten, Expressivität; Aufbruchstimmung und Pioniergeist in der "Neuen Musik"; Musik wozu? Was ist Kunst? Das "Experimentelle", Aufschließen unbekannter Möglichkeitsräume, Ort und Aufgabe des Musikers in der gegenwärtigen Gesellschaft?

03.02.2014
Rhythmische Kontinua: Erzeugung beliebiger Notenlängen durch "Tuplets" ("Triolen", "Quintolen", "Septolen" etc.); György Ligeti "Kammerkonzert" (1970), 4. Satz, Instrumentation, "Mikropolyphonie", "Lux aeterna" für 16-stimmigen Chor a cappella (1966), Stanley Kubrick (1928 - 1999) verwendet Musik von Ligeti in "2001: A Space Odyssey" (1968); Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) "Zeitmasze" für 5 Holzbläser (1955/56), zur Entwicklung der "Elektronischen Musik", Aufwand, Verfahren, Studio des WDR Köln, "Gesang der Jünglinge im Feuerofen" (elektronische Klänge – 1956), Hintergrund und kompositorisches Konzept

27.01.2014
Die ästhetischen Maßgaben der "Frankfurter Schule" (Adorno, Horkheimer, Habermas u.a.); Grenzen des "Serialismus", "Aleatorik" als Ausweg, Pierre Boulez (* 1925) "Le Marteau sans Maître" (nach Gedichten von René Char), Boulez als Dirigent und Kulturfunktionar, Bayreuth, "Centre Pompidou", IRCAM; neue Notationsformen: Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) "Zyklus für einen Schlagzeuger", die neue Rolle des Interpreten; György Ligeti (1923 - 2006) "Continuum" für Cembalo (1968): metrische Proportionsbildungen, Überlagerung unterschiedlicher Zeitschichten, "Kammerkonzert" (1970), 1. Satz: Aufhebung der Zeitempfindung durch Verschleierung des Metrums, "Klangflächenkomposition", "Clustertechnik", Einflüsse aus Literatur und Kunst, die Suche nach extremen Konzeptionen

20.01.2014
Die Notwendigkeit einer fundamentalen kulturellen Neuorientierung nach dem Zweiten Weltkrieg, Theoder W. Adornos (1903 - 1969) Satz "Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch" (in: "Kulturkritik und Gesellschaft", 1951), Suche nach Transparenz und umfassend rationaler Begründung aller künstlerischen Prozesse, Fortwirken des Webern'schen Werkes im «Serialismus», weitestgehende Determination des Einzeltons durch Ausweitung des Reihendenkens auf weitere musikalische Parameter: neben Tonhöhe auch auf Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe und Tonort, geistige Grundlage für aktuelle Verfahren der elektronischen Klangsynthese, Olivier Messiaen (1908 - 1992) gibt wichtigen Anfangsimpuls mit der Klavieretüde "Mode de valeurs et d'intensités" (1949), besondere Anforderungen an den Ausführenden, die "Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik" (seit 1946) als Forum des Ringens um Fragen zeitgenössischen Komponierens, Messian als Katholik, Organist (in der Pariser Kirche St. Trinité), Musikforscher und Ornithologe, die indischen Wurzeln seiner komplexen Rhythmik, "Oiseaux exotiques" für Klavier und Kammerorchester (1956)