Repetitorium Oberstufe 12 Musik – SS 2016

Musik nach 1945

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


14.03.2016
Stanley Kubrick (1928 - 1999) verwendet Musik von Ligeti in "2001 – A Space Odyssey" (1968): "Atmosphères" für großes Orchester, "Lux aeterna", "Requiem"; Ausschnitt "Jupiter and beyond", zum Inhalt, zur Entstehung

07.03.2016
"Befreiung des Klangs": John Cage "Streichquartett" (1950), die Beziehung Cage - Boulez, buddhistische Legenden, Spiritualität als neues und gleichzeitig altes wesentliches Anliegen der Musik, "Atlas eclipticalis" (1962), Impulse für die Gestaltung von Datenmengen im aktuellen Informationsdesign; György Ligeti (1923 - 2006) "Continuum für Cembalo" (1968): metrische Proportionsbildungen, Überlagerung unterschiedlicher Zeitschichten, Aufhebung der Zeitempfindung durch Verschleierung des Metrums, "Klangflächenkomposition", "Clustertechnik", "Mikropolyphonie", die Suche nach extremen Konzeptionen, "Lux aeterna" für 16-stimmigen Chor a cappella (1966)

29.02.2016
Der Umgang mit dem Zufall, Darmstädter Irritationen durch Impulse zur Neuen Musik aus den USA: John Cage (1912 - 1992) "Sonatas & Interludes for Prepared Piano" (1946 - 1948), "Imaginary Landscape" (1951), Biografisches, Schüler bei Schönberg, Begegnung mit Daisetz Teitaro Suzuki ("The Great Liberation – Introduction to Zen Buddhism"), Buddhismus, das chinesische Orakel- und Weisheitsbuch "I Ging", Komponieren heißt Entscheiden: Münzwurf; Happening und Performance (" 4’33” "), "indeterminacy", die Stille, radikaler Verzicht auf Virtuosität, europäische Schwierigkeiten mit Cages Denken: Missverständnisse, Traditionslosigkeit? Musik als Spiegel neuer Denkformen: der Medientheoretiker Marshall McLuhan (1911 - 1980, "global village", "the medium is the message") und der Universalist Richard Buckminster Fuller ("Operating Manual for Spaceship Earth"), Gehirnforschung und künstliche Intelligenz ("Inside an Artificial Brain")

22.02.2016
Stockhausens Schaffensphasen: Serialismus, Aleatorik, "intuitive Musik", "Formel-Komposition" (Opernprojekt "Licht"), Gestaltung von Klang wird zum zentralen Anliegen; frühe Notationsformen elektronischer Musik und modernes Sequencer-Design; Verformung der musikalischen Raumzeit, rhythmische Kontinua: Erzeugung beliebiger Notenlängen durch "Tuplets" ("X-tolen": "Triolen", "Quintolen", "Septolen" etc.), "Klavierstück I" (1952): interpretatorische Herausforderungen, serielle Strukturen, komplex überlagerte Zeitschichten, Expressivität; Aufbruchstimmung und Pioniergeist in der "Neuen Musik"; Musik wozu? Was ist Kunst? Das "Experimentelle", Aufschließen unbekannter Möglichkeitsräume, Ort und Aufgabe des Musikers in der gegenwärtigen Gesellschaft? Der Schritt zur Aleatorik, Boulez' Aufsatz "Alea", Stockhausens "Zyklus für einen Schlagzeuger" und "Klavierstück XI", die neue Rolle des Interpreten, der Begriff des "Zufalls" in den Naturwissenschaften; geistesverwandte Maler, Jackson Pollock (1912 - 1956): "Drip Paintings"; die Wiederentdeckung des Intuitiven: Stockhausen in Indien, Improvisation in der Neuen Musik, "Aus den sieben Tagen"

15.02.2016
Grundtonbezogene und grundtonlose Modi, "Modus" und "Reihe", Olivier Messiaens "Mode de valeurs et d'intensités" (1949), Form der barocken Bach'schen Orgel-Trio-Sonate, Aufgreifen der dodekaphonischen Tradition, Einbeziehung weiterer Parameter zur Bestimmung des Einzeltons, additive Dauern-Reihen, der indische Einfluss, der "Serialismus" und das Ideal einer "musique pure"; Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) Bläserquintett "Zeitmasze" (1955/56), der Kugelpavillon auf der Weltausstellung in Osaka 1970, Serialismus und "Elektronische Musik", Anfänge nach dem zweiten Weltkrieg, das Elektronische Studio des WDR in Köln, Stockhausens "Elektronische Studie II" (1953), Visionen des Serialismus und Missverständnisse in der Rezeption

01.02.2016
Wegbereiter der musikalischen Moderne: Gustav Mahler (1860 - 1911) Auszüge aus der Symphonie Nr. 2 "Auferstehung", 3. Satz "In ruhiger fließender Bewegung" und 4. Satz "Urlicht. Sehr feierlich, aber schlicht", Biografisches, zur Entwicklung der klassisch-romantischen Symphonie, die magische Zahl 9, Mahlers symphonisches Werk, vergrößertes Orchester, Erweiterung der Form, Wiedereinbeziehung des Vokalen, Vielfalt des Materials, die Gleichzeitigkeit disparater Stile, "Polyphonie des Lebens", die Rolle der Gedichtesammlung "Des Knaben Wunderhorn", religiöse Idiomatik, "Zweiweltenauffassung" (Alltag – Seligkeit), Detailreichtum der Partituren, Mahler als Dirigent: fanatisches Arbeiten an der Klangkultur, Aufgreifen der Mahler'schen Haltung u. a. durch die "Neue Wiener Schule", Auszüge aus den Symphonien im Film: Luchino Viscontis "Der Tod in Venedig" (1971 – nach der Novelle Thomas Manns) mit dem "Adagietto" aus der 5. Symphonie u. a.

25.01.2016
Zur Rezeptionsgeschichte von Strawinskis "Sacre": Uraufführung, Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker, der Choreograph Royston Maldoom und der Film "Rhythm is it!"; die Kontroverse Schönberg-Strawinski in Theodor W. Adornos "Philosophie der Neuen Musik", "Fortschritt" und "Restauration", "Entwicklung" und "Wiederholung", Aufgabe der Kunst in einer arbeitsteiligen Gesellschaft (Charlie Chaplins Film "Modern Times"), Kampf gegen Kommerzialisierung, die Suche nach adäquatem Ausdruck und das Ringen um das "Material" in der Musik nach 1945; die Bedeutung von Thomas Manns Roman "Doktor Faustus" für die musikästhetische Diskussion der Nachkriegszeit, die Rolle der Zwölftontechnik ("Teufelswerk"), Auseinandersetzungen und Urheberrechtsfragen