Repetitorium Oberstufe 12 Musik – SS 2020

Musik nach 1945 – Serialismus und Aleatorik – Klangflächenkomposition – Minimalismus

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


21.02.2020
Infragestellung des traditionellen Werkbegriffs durch die Konzepte John Cages, Autonomie der Klänge; Aufhebung der Zeit: György Ligeti "Atmosphères" für großes Orchester" (1961) und "Lux Aeterna" für 16-stimmigen Chor a cappella (1966); amerikanische Minimal-Music, afrikanische und südostasiatische Einflüsse, Repetition einfacher Muster, "Reihe" und "Pattern", verschiedene Prozesse der Phasenverschiebung, "inherent patterns" und "resulting pattern", Steve Reich (* 1936) "Piano Phase" (1967) und "Drumming" (1970), Inspiration für DJ-Kultur und Computermusik

14.02.2020
Der Umgang mit dem Zufall in der Neuen Musik aus US-amerikanischer Sicht: John Cage (1912 - 1992) "Sonatas & Interludes for Prepared Piano" (1946 - 1948), "Befreiung des Klangs": "Streichquartett" (1950), "Imaginary Landscape" (1951), Biografisches, Schüler bei Schönberg, Begegnung mit Daisetz Teitaro Suzuki ("The Great Liberation – Introduction to Zen Buddhism"), Buddhismus, das chinesische Orakel- und Weisheitsbuch "I Ging", Komponieren heißt Entscheiden: Münzwurf, Happening und Performance (" 4’33” "), "indeterminacy", europäische Schwierigkeiten mit Cages Denken: Missverständnisse, Traditionslosigkeit? Neue Wege im Umgang mit der menschlichen Stimme: Luciano Berio (1925 - 2003) "Sequenza III per voce femminile" (1966); "Klangflächenkomposition", "Clustertechnik", "Mikropolyphonie": György Ligeti (1923 - 2006) "Continuum" für Cembalo (1968): metrische Proportionsbildungen, Überlagerung unterschiedlicher Zeitschichten, Aufhebung der Zeitempfindung durch Verschleierung des Metrums, die Suche nach extremen Konzeptionen, Wurzel des "Minimalismus"

07.02.2020
Parametrisierung des Klangs: Höhe, Dauer, Stärke, Farbe, Ort (Klangfeldtechnologie, Ambisonics etc.); Veränderungen im Weltbild des 20. Jahrhunderts: irritierende Erkenntnisse der Quantenphysik, "Heisenberg'sche Unschärferelation", Einbruch des Zufalls, Genetik und Informationstechnologie. Was will "Neue Musik"? Pierre Boulez (1925 - 2016) "Structures" für Klavier, sein Aufsatz "Alea" und die innere Problematik des Serialismus, Versuche mit "gelenktem Zufall", "Aleatorik" als Ausweg? Karlheinz Stockhausen "Zyklus für einen Schlagzeuger", zum Notenbild der "Neuen Musik", Interpretation und Choreographie, "Klavierstück XI", die neue umstrittene Rolle des Interpreten, Stockhausens Pavillon auf der Expo '70 im japanischen Osaka, seine Wendung zu "Intuitiver Musik"; Boulez' Beitrag zur Elektronischen Musik: IRCAM ("Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique") im Pariser "Centre Pompidou" und das "Ensemble Intercontemporain"; "random"-Funktionen in der aktuellen Musikproduktion

31.01.2020
Zur ästhetischen Situation nach dem Ende des II. Weltkriegs: Suche nach rationaler Begründung aller (!) künstlerischen Prozesse, zunehmende Einbeziehung statistischer Verfahren und der neuen nachrichtentechnischen Möglichkeiten, beginnende Mensch-Maschine-Interaktion (Turingtest); Versuche einer umfassenden numerischen Determination musikalischer Vorgänge, Proportionen der einzelnen Tonparameter, "Modus" und "Reihe", der "Serialismus" und das Ideal einer "musique pure", Messiaen-Schüler: Karlheinz Stockhausen (1928 - 2007) Bläserquintett "Zeitmasze" (1955), "Klavierstück I" (1952), Verformung der musikalischen Raumzeit, rhythmische Kontinua: Erzeugung beliebiger Notenlängen durch "Tuplets" ("X-tolen": "Triolen", "Quintolen", "Septolen" etc.), interpretatorische Herausforderungen, serielle Strukturen, komplex überlagerte Zeitschichten, Expressivität; Aufbruchstimmung und Pioniergeist in der "Neuen Musik"; Musik wozu? Was ist Kunst? Das "Experimentelle", Aufschließen unbekannter Möglichkeitsräume, Ort und Aufgabe des Musikers in der gegenwärtigen Gesellschaft? Visionen und Missverständnisse, Serialismus und "Elektronische Musik", Anfänge nach dem zweiten Weltkrieg, das Elektronische Studio des WDR in Köln, Stockhausens "Elektronische Studie II" (1953), Notationsformen früher elektronischer Musik und modernes Sequencer-Design

24.01.2020
Realisierung mikrotonaler Strukturen bei Charles Ives; Neue Musik in Frankreich: Olivier Messiaen (1908 - 1992), Leben und Werk, Sätze V und VI aus "Les Corps Glorieux" für Orgel: "Verklärung" in der Vorstellungswelt des Christentums, Bedeutung der Traditionen Indiens, Griechenlands und des Gregorianischen Chorals, Auflösung von Taktbindungen, "nicht umkehrbare Rhythmen", variable Zeitschichten, Akkordbau ("A. der Dominante", "A. der Resonanz" etc.), die Messian'schen Modi (Halbton-Ganzton-Skala u.a.), Lehrtätigkeit am Conservatoire de Paris, das Lehrwerk "Technique de mon langage musical", Strawinski-Interpretation, Zusammenschau melodischer, harmonischer und rhythmischer Prozesse; die "Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik" als zentrale Institution der Neuen Musik nach 1945, Messiaens "Mode de valeurs et d'intensités" (1949) als Initialimpuls des Serialismus, Formen der Klaviernotation seit Claude Debussy, Erweiterung der dodekaphonischen Tradition ("Modus" und "Reihe" in Analogie zu den indischen Begriffen "Raga" und "Tala"), Einbeziehung weiterer Parameter zur Bestimmung des Einzeltons, additive Dauern-Reihen