Repetitorium Oberstufe 12 Musik – WS 2011/2012

Interpreten und Interpretation – Musik und Tradition

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


13.12.2011 / 14.12.2011
Olivier Messiaen: rhythmische Ostinati und Vorstellungen einer "musica mundana", Johannes Keplers Modell der sphärischen Planetenbahnen, "Quatour pour la fin du temps" (1940) – 6. Satz "Danse de la fureur, pour les sept trompettes", "Unisono" und gregoriansiche Einflüsse, zeitliche Projektionen rhythmischer Figuren mit Primzahlfaktoren; Messiaens impressionistisches Erbe und seine Modi: Ganztonleiter, Halbton-Ganztonleiter, Halbton-Halbton-Ganztonleiter etc., modale Mixturen; altgriechische Metren und ornithologische Einflüsse, "Oiseaux exotiques" für Klavier und Kammerorchester (1956), "Synästhesie", Klangsinnlichkeit

06.12.2011 / 07.12.2011
Olivier Messiaen "Quatour pour la fin du temps" (1940) – 1. Satz "Liturgie de cristal", Biografisches, zur Entstehung, Thematik, Besetzung, Instrumentaltechniken ("künstliches Flageolett"), Vogelstimmen, komplexe rhythmische Reihen, indische Wurzeln, Notation, zur Harmonik, Weiterentwicklung impressionistischer Ansätze, "Kirchenfensterwirkung", Modalität, Messiaen als Katholik, Organist an St. Trinité; Messiaen als Lehrer: Analyseklasse am Pariser Conservatoire, erweiterte Wahrnehmung musikalischer Traditionen, Schüler u. a. Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Iannis Xenakis

22.11.2011 / 23.11.2011
Igor Strawinskis Ballett "Le Sacre du Printemps": "Action rituelle des ancêtres" und "Danse sacrale" (Pierre Boulez), Umstände der Uraufführung; Technik: pulsierende und repetierende Rhythmik, additive Metrik, Taktwechsel, Bruchstücke alter Volksliedmelodien, Bitonalität, Polytonalität, Instrumentierung; Inhalt: historische und prähistorische Hintergründe, die symbolistische Dichtung Russlands (Sergej M. Gorodeckij "Man errichtet Jarila"), die Herausforderung für das aufgeklärte europäische Denken, Musik als umfassendes kultisches Ereignis, Konsequenzen für Ballett und Tanztheater; zur Kontroverse um "Neue Wiener Schule" und Strawinski (Theodor W. Adorno in "Philosophie der Neuen Musik", 1949); Vereinigung dieser gegensätzlichen Impulse bei Olivier Messiaen (1908 - 1992) "Turangalîla-Symphonie" (1949) – "Introduction": Einflüsse Strawinskis in Rhythmik und Instrumentierung, die "Ondes Martenot"

22.11.2011 / 23.11.2011
Dodekaphonie und Gesamtform, organische Strukturen, dodekaphonische Elemente in der Filmmusik; Gegenpol zur Neuen Wiener Schule: Igor Strawinski (1882 - 1971) Ballett "Petruschka", Biografisches, die Zusammenarbeit mit Sergej Diaghilew (1872 - 1929), die großen Ballette, Kulturzentrum Paris, Ästhetik des Tanzes, der Umgang mit musikalischem Material, Zitat und Collage, die Instrumentierung, virtuose Begleitfiguren, die Neuentdeckung des Rhythmus: "Le Sacre du Printemps", Aspekte der Notation, Probleme der Ausführung

09.11.2011 / 15.11.2011
Größenordnungen dodekaphonischer Variationsmöglichkeiten, Transpositionen der 4 Grundformen, Anton Webern "Streichquartett op. 28", 3. Satz: biografische Situation, Permutation klassischer Formbegriffe, Anwendung des Reihenprinzips auf unterschiedliche musikalische Parameter, die Goethe'sche "Urpflanze", J.W.v.Goethe als Naturwissenschaftler, "Selbstähnlichkeit" als organisches Prinzip und als mathematisches Phänomen: "Fraktale", "Sierpinski-Dreieck", "Mandelbrot-Menge", "Peano-Kurven", Weiterentwicklung des dodekaphonischen Ansatzes zum "Serialismus"

26.10.2011 / 08.11.2011
Umbrüche im Weltbild zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Psychologie, Physik; spätromantische Harmonik und Atonalität als Reaktion, die Rolle der "Neuen Wiener Schule", Alban Berg "Über die Grenzen des All …" aus "Altenberg-Lieder" op. 4, Besetzung, Melodik, Form; der Schritt zur "Dodekaphonie" als Konsequenz des europäischen 12-tönig-temperierten Tonsystems, Suche nach neuen Ordnungsstrukturen, Geometrie der Tonbeziehungen, die Grundelemente "Grundform", "Umkehrung", "Krebs", "Krebsumkehrung"; Aktualität dodekaphonischer Verfahren im zeitgenössischem Komponieren: Filmmusik, Musikprogramme, Computermusik

18.10.2011 / 19.10.2011 / 25.10.2011
Zur Rolle von Schlagzeug und Percussion in der Entwicklung des Jazz; John Coltrane (1926 -1967) "Naima", Wesen und Klanglichkeit der Modi, modale Harmonik, Kadenzlosigkeit, Modusbestimmung, modale Wendungen in der Rockmusik (The Beatles "Norwegian Wood") und in der Filmmusik (Danny Elfman "The Simpsons"); Aspekte und Probleme der kulturellen Globalisierung; bewußter Bruch mit Traditionen im Futurismus des beginnende>n 20. Jahrhunderts, Suche nach einer neuen Orchestersprache (Edgar Varèse (1883 - 1965) "Amériques")

04.10.2011 / 12.10.2011 / 25.10.2011
Filmorchester der 1920-er Jahre; Musik und Tradition: mündliche (orale) und schriftliche (literale) Überlieferung; Traditionen in Jazzstilen seit 1945: "Bebop", "Cool Jazz", "Modal Jazz", "Free Jazz", "So What" aus dem Album "Kind of Blue", Tongebung, Harmonik ("upper structures"), Form, Wiederentdeckung der "Kirchentonarten" im Jazz, das modale System des Mittelalters, die Wurzeln in der griechischen Antike; europäischer Jazz, das Nürnberger Festival "Jazz Ost West", Komponisten der klassischen Moderne als Wegbereiter: Béla Bartók, Arnold Schönberg; exotische Modi: andere Oktavteilungen, 15-stufige Skalen in Nordafrika, 22 Shrutis der indischen Musik

20.09.2011 / 05.10.2011
"Careless Love"-Fassungen: New-Orleans-Jazzband (solistische Besetzung, Rollen der einzelnen Instrumente), Modern-Jazz-Combo (Besetzung, erweiterte Harmonik, Tempovielfalt, Ausdehnung und Gestus der Soli, Walking-Bass), Miles Davis (1926 - 1991), Dizzy Gillespie (1917 - 1993), Charlie Parker (1920 - 1955); zur Bewertbarkeit musikalischer Interpretation: objektive und subjektive Kriterien, Georg Kreisler (* 1922) "Der Musikkritiker"; Interpretation in der Popmusik: Fassungen eines aktuellen Hits in den Genres "Gothic Rock", "Balkan-Pop", "20er-Jahre-Nostalgie" und "Metal", Imitation, Paraphrase, Kontrast

20.09.2011 / 21.09.2011
Arcangelo Corelli (1653 - 1713) "Sonata op.5, Nr. 5, g-moll": unverzierte und verzierte Fassungen, Verzierungsstile, "Kolorierung" und "Koloratur", Parallelen zur bildenden Kunst: Entwurf und Ausführung; Original und Interpretation in den populären Stilen des 20. Jahrhunderts: der Blues, historische, inhaltliche und formale Aspekte, das Bluesschema, der Jazz, Stationen bis 1950, Besetzungen, Funktionen; William Christopher Handy "Careless Love" in der Fassung von Bessie Smith (1894 - 1937) und Louis Armstrong (1901 - 1971), zum Gegensatz von europäischem "Belcanto" und dem Stimmideal der afroamerikanischen Musik, "Standards", das "Real Book", Methoden der melodischen Interpretation, "Cover"-Versionen, "Careless Love" in einer Fassung der Bigband Duke Ellingtons (1899 - 1974), homogene Bläsersektionen, Arrangement

14.09.2011
Der Wandel im Instrumentenbau seit dem Barock als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen, Ventil- und Klappentechnik, Streichinstrumentenbau und Bogenformen ("Tourte-Bogen"), die Faszination des Barockklangs, "historische Aufführungspraxis": Nikolaus Harnoncourt (* 1929); zur Entwicklung des Klaviers: Virginal, Spinett, Cembalo, Hammerklavier, Konzertflügel; der 2. Satz aus J.S.Bachs "Italienischem Konzert" in Versionen mit Cembalo und Klavier, François Couperin (1668 - 1733), "inegales Spiel" und Verzierungskunst; Entfaltung des Virtuosentums im 19. Jahrhundert: Franz Liszt (1811 - 1886) Konzertetüde "Mazeppa"