Repetitorium Oberstufe 12 Musik – WS 2013/14

Interpreten und Interpretationen – Musik und Tradition

Personen: fett - Hörbeispiele unterstrichen - wichtige Begriffe in " "


09.12.2013
Einer der Väter der Moderne: Gustav Mahler (1860 - 1911), Biografisches, Tätigkeit als Dirigent, der Kulturraum der k. u. k. Monarchie vor dem ersten Weltkrieg, Katholizismus, Völkergemisch, Sprachenvielfalt, nationale Bestrebungen, Gleichzeitigkeit unterschiedlichster Musikidiome, böhmische Klarinettenmusik, die Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" von Achim von Arnim und Clemens Brentano, Orchesterlied "Des Antonius von Padua Fischpredigt", Einbeziehung profaner und archaischer Wendungen, "Zweiweltenauffassung", das symphonische Schaffen, 2. Symphonie in c-moll ("Auferstehungssymphonie"), 3. Satz, Orchesterbesetzung und Instrumentationskunst, Nachwirkungen in der Symphonik des 20. Jahrhunderts (Schönberg, Berg, Webern, Schostakowitsch u. a.), 4. Symphonie in G-Dur, 4. Satz

02.12.2013
Größenordnungen dodekaphonischer Variationsmöglichkeiten, Transpositionen der 4 Grundformen, Anton Webern "Streichquartett op. 28", 3. Satz: biografische Situation ("innere Emigration"), Permutation klassischer Formbegriffe ("Kanon", "Vorder-" und "Nachsatz"), Anwendung des Reihenprinzips auf unterschiedliche musikalische Parameter, Kontroversen um "Neue Wiener Schule"; zur Mathematik hinter den verschiedenen Tonsystemen: die völlige Inkompatibilität von ganzzahligen Verhältnissen (pythagoreische Intervalle) und irrationalen (temperierter Halbtonschritt etc.); der Gegenpol: Igor Strawinski (1882 - 1971) Ballett "Petruschka", Biografisches, die Zusammenarbeit mit Sergej Diaghilew (1872 - 1929), Kulturzentrum Paris, die großen Ballette, die Rolle des Inhalts, Ästhetik des Tanzes, der Umgang mit musikalischem Material, Zitat und Collage (Einfluß der bildenden Kunst), Banales und Aufgebrochenes, die Instrumentierung, virtuose Begleitfiguren

25.11.2013
Das Werk J.S.Bachs als wichtiger Bezugspunkt innerhalb der "Neuen Wiener Schule", "dreistimmiges Ricercare" aus dem "Musikalischen Opfer", Entstehung und Inhalt dieses Spätwerks, "sechsstimmiges Ricercare" in der Instrumentierung Anton Weberns, Erweiterung des polyphonen Satzes hin zum Klangfarbenraum; der Schritt zur "Dodekaphonie" als Konsequenz des europäischen 12-tönig-temperierten Tonsystems ("notwendige Entwicklung"), Suche nach neuen Ordnungsstrukturen, Anzahl möglicher Reihen, Geometrie der Tonbeziehungen, die Grundelemente "Grundform", "Umkehrung", "Krebs", "Krebsumkehrung", "Transposition", "Augmentation", "Diminution", Auflösung des chromatisch-diatonischen Gegensatzes zugunsten des normierten temperierten Halbtons, Konsequenzen für die Notation; die Suche nach komplexen, organischen Strukturen, die Goethe'sche "Urpflanze" als Ideal, J.W.v.Goethe als Naturwissenschaftler, die Grundreihe zu Anton Weberns "Streichquartett op. 28": immanente kontrapunktische Verschränkungen

18.11.2013
Umbrüche im Weltbild zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Psychologie, Physik, Industrialisierung; Ausstellung "Aufbruch der Jugend" im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg; Fortschrittsbegeisterung und bewußter Bruch mit Traditionen im "Futurismus", F. T. Marinetti: "Futuristisches Manifest" (1909), Grenzüberschreitungen zwischen Kunst, Musik und Literatur, Luigi Russolo "Intonarumori", "L'arte dei rumori", Widerhall in der russischen Avantgarde zwischen 1910 und 1925, ambivalente Aspekte; Einbeziehung von Industrieklängen auf der Suche nach einer neuen Orchestersprache, Edgar Varèse (1883 - 1965) "Amériques", der Einfluß von Igor Strawinskis (1882 - 1971) Ballett "Le Sacre du Printemps", die Jahre vor dem ersten Weltkrieg: Ausbruchsversuche und Skandale; spätromantische Harmonik und "Atonalität" als Reaktion, die Rolle der "Neuen Wiener Schule", Alban Berg "Über die Grenzen des All …" aus "Altenberg-Lieder" op. 4, Besetzung, Melodik, Form; Anton Webern "Streichquartett op. 28", 3. Satz, Spieltechniken, der intuitive Schritt zur "Dodekaphonie", Grundbegriffe

11.11.2013
Wesen und Klanglichkeit der Modi, Kadenzlosigkeit; Modi der türkischen und arabischen Kulturen: "Maqam" (Plural "Maqamat"), Mikrotonalität, Inkompatibilitäten mit dem westlichen temperierten Tonsystem, die Instrumente "Saz", "Bağlama", "Ud", die kurdische Sängerin Aynur Doğan (* 1975), türkische Elemente im griechischen "Rembetiko", der Regisseur Fatih Akın (* 1973) und sein Musikfilm "Crossing the bridge", der Orientalist Friedrich Rückert (1788 - 1866), Formen arabischer Poesie; Modusbestimmung, modale Wendungen in der Rockmusik (The Beatles "Norwegian Wood") und in der Filmmusik (Danny Elfman "The Simpsons"); der Reiz des Exotischen (indische Sitarklänge), Aspekte und Probleme der kulturellen Globalisierung

04.11.2013
Charlie Parker (as – 1920 - 1955)"A Night in Tunisia" aus "Bird on the 52nd Street", Spontaneität und Bewußtsein, Improvisationskunst, Biografisches; wegweisend und maßstabsetzend: "sheets of sound" in John Coltrane (ts – 1926 - 1967) "Giant Steps" und "Naima", Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre: "live fast, love hard, die young", Bebop-Harmonik: differenzierte Funktionalität mit erweiterten Akkorden, Akkordbezeichnungssysteme; nicht-europäische Klangästhetiken und exotische Modi: andere äuqidistante Oktavteilungen: 11er-, 15er-, 17er-, 22er-, 59er-Teilung; Miles Davis "Bitches Brew" (1970), Zeitgefühl, erweitertes modales Konzept und Einsatz von elektroakustischen Klangeffekten, harmonische Konsequenzen einer modal orientierten Musik: Grundtönigkeit, Quartenakkorde u. a.

21.10.2013
Ausdrucksziele in "Bebop" (Charlie Parker "Koko") und "Cool Jazz" (Thelonius Monk "'Round About Midnight"), Miles Davis (1926 - 1991) "On Green Dolphin Street" mit Wayne Shorter (ts) und Paul Chambers (b), charakteristischer Trompetenton, Einsatz von Dämpfern, "Walking Bass"; die Auflösung der Funktionsharmonik und die Wendung zum Modalen: "Modal Jazz", Wiederentdeckung der Vielfalt der "Kirchentonarten", das modale System des Mittelalters im Gegensatz zum europäischen Dur-Moll-System des 17. - 19. Jahrhunderts, die Wurzeln in der griechischen Antike, alte Modi in volksmusikalischen Traditionen, Komponisten der klassischen Moderne als Wegbereiter: Béla Bartók, Arnold Schönberg, exotische Modi

14.10.2013
zum Gegensatz von europäischem "Belcanto" und dem Stimmideal der afroamerikanischen Musik, Bessie Smith mit W. Ch. Handy's "Yellow Dog Blues", inhaltliche und formale Aspekte des Blues, "Blue-Notes", das Bluesschema, spezifische Akkorde; Geschichte des Jazz, "Oldtime Jazz", "Swing", "Modern Jazz", "Careless Love"-Fassungen: New-Orleans-Jazzband (solistische Besetzung, Rollen der einzelnen Instrumente), die Bigband Duke Ellingtons (1899 - 1974), Ambitionen, technischer Anspruch, homogene Bläsersektionen, Arrangement, Modern-Jazz-Combo (Besetzung, erweiterte Harmonik, Tempovielfalt, Ausdehnung und Gestus der Soli), Traditionen in Jazzstilen seit 1945: "Bebop", "Cool Jazz", "Modal Jazz", "Free Jazz", gesellschaftlicher Hintergrund, zunehmendes Selbstbewusstein und künstlerischer Ausdruck; zur Bewertbarkeit musikalischer Interpretation: objektive und subjektive Kriterien

07.10.2013
Musik als Magie – Entfaltung des Virtuosentums im 19. Jahrhundert: Nicolo Paganini (1782 - 1840), Franz Liszt (1811 - 1886) Konzertetüde "Mazeppa", die "Mazeppa"-Legende; Komposition und Interpretation im 17. und 18. Jahrhundert: Arcangelo Corelli (1653 - 1713) "Sonata op.5, Nr. 5, g-moll": unverzierte und verzierte Fassungen, Verzierungsstile, "Kolorierung" und "Koloratur"; die vergessene Improvisationskunst der Klassik; Original und Interpretation in den populären Stilen des 20. Jahrhunderts: der Blues, historische Aspekte, William Christopher Handy "Careless Love" in der Fassung von Bessie Smith (1894 - 1937) und Louis Armstrong (1901 - 1971), Cover-Versionen

30.09.2013
Arbeitsmethoden der musikalischen Philologie, Niveau der musikalischen Bildung in bestimmten aristokratischen und bürgerlichen Zirkeln, das Lesen von Musik; auf der Suche nach dem originalen Klangbild: Unterschiede in der Klangästhetik des 17./18. und 19. Jahrhunderts, Tonumfang, "Clarinblasen", Ventil- und Klappentechnik, J.S.Bachs "Brandenburgisches Konzert Nr. 1" in Versionen mit historischem und modernem Instrumentarium, die Faszination des Barockklangs, zur Entwicklung des Klaviers: Virginal, Spinett, Cembalo, Hammerklavier, Konzertflügel; der 2. Satz aus J.S.Bachs "Italienischem Konzert" in Versionen mit Cembalo und Klavier, François Couperin (1668 - 1733), "inegales Spiel" und Verzierungskunst

23.09.2013
Rückblick 2: Entwicklung des Orchesters, Wagner, Fuge, Sonate, sowjetische Musik, Musik im Nationalsozialismus; nachträgliche Bezeichnungen Beethoven'scher Werke, musikalisches Verlagswesen historisch und aktuell, Philologie und Quellenkunde, Fragestellungen einer musikalischen Philologie, Edition, "Urtext", "praktische Ausgabe", Komponisten-Handschriften; Musikästhetik und Instrumentenbau, Fortschrittsgläubigkeit gegen "historische Aufführungspraxis": Nikolaus Harnoncourt (* 1929); der Wandel im Instrumentenbau seit dem Barock als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen, Streichinstrumentenbau und Bogenformen ("Tourte-Bogen")

16.09.2013
Rückblick 1: Musik und Religion in Antike, Mittelalter, Renaissance und Barock; zur Entwicklung symphonischer Konzertprogramme, "Subskription", "Konzert-Direktion", Klangkörper als Gesellschaftsmodell, die Rolle des Dirigenten, Orchesterpraxis und Demokratie, Musikkritik seit dem 19. Jahrhundert, Eduard Hanslick (1825 - 1904; "Vom Musikalisch-Schönen", darin: "tönend bewegte Form"), der Gegensatz zwischen "absoluter Musik" (Robert Schumann, Johannes Brahms) und "Programmmusik" (Hector Berlioz, Franz Liszt, "neudeutsche Schule"), Joachim Kaiser (* 1928), "Werk" und "Werktreue", Interpretations-Vergleich am Beispiel von Ludwig van Beethovens Klaviersonate op. 57 ("Appassionata"), die Pianisten Glenn Gould (1932 - 1982) und Artur Schnabel (1882 - 1951)