Josquin Desprez

1440 - 1521

 
Josquin Desprez (auch: des Prez, des Prés) wurde um 1440 vermutlich in Beaurevoir bei Saint-Quentin in Nordfrankreich geboren. Von 1459 bis 1474 wirkte er als Sänger am Mailänder Dom, im Jahr 1474 unter dem Fürsten Galeazzo Maria Sforza von Mailand und von 1486 bis 1499 in der päpstlichen Kapelle von Rom. Nachdem er in Mailand und Ferrara gearbeitet hatte, wurde er Probst des Domkapitels in Condé-sur-l'Escaut (Burgund, heute Belgien). Dort starb Desprez am 27. August 1521.

Der franko-flämische Komponist ist der bedeutendste Vertreter der Frührenaissance. Er ist ein Meister aller kompositorischen Techniken seiner Zeit. In seinen Motetten verwendet er häufig die melodische Imitation. Die hochdramatische Behandlung des Textes spiegelt die im Humanismus entwickelte Aufmerksamkeit für den individuellen Ausdruck wider. Desprez komponierte vier- bis sechsstimmige Messen, ungefähr 90 Motetten und über 60 Chansons in französischer Sprache. Die Werke des schon zu Lebzeiten als berühmtester Komponist seiner Zeit bekannten Desprez sind die Keimzelle der Individualisierung des Stils, das zentrale Merkmal der damaligen Musik. Er war einer der ersten Komponisten, die ausgiebig populäre Melodien in ihren Werken verwendeten. Desprez wurde von Zeitgenossen als "Meister der Töne" und "Fürst der Musik" bezeichnet.