Orlando di Lasso

1532 - 1594

 

 
 

Orlando di Lasso wurde um 1532 in Mons im Hennegau (heute Belgien) geboren. Er war einer der bedeutendsten franko-flämischen Komponisten der späten Renaissance. Nachdem er angeblich wegen seiner wunderschönen Stimme als Chorknabe dreimal entführt worden war, wurde er mit 12 Jahren Chorknabe des Vizekönigs von Sizilien, Ferrante Gonzaga. Die folgenden 10 Jahre verbrachte er in Italien. So war er von 1547 - 1549 in Mailand, 1550 in Neapel bei Constantino Castrioto, 1551 beim Erzbischof in Florenz und dann im Lateran in Rom als Kapellmeister der San Giovanni Basilica. 1554 kehrte er in die Gegend nördlich von Antwerpen zurück. Von 1556 an stand er bei Herzog Albrecht V. von Bayern in Diensten. Nachdem er zuerst als Sänger gearbeitet hatte, wurde er 1564 Kapellmeister. 1570 wurde er in den Adelsstand erhoben.Am 14. Juni 1594 starb Orlando di Lasso in München.
 
 

Sein Werk:

Orlando di Lasso war sowohl im kirchlichen wie auch im weltlichen Bereich tätig. Er hat über 2000 Kompositionen geschrieben, im geistlichen Bereich mehr als 70 Messen und fast 700 Motetten. Diese zeichnen sich durch eine große Bandbreite von Stimmungen und eine sehr sensible Behandlung des Textes aus. Seine wichtigsten Werke sind sicher die sieben Bußpsalmen und die zwölf Prophetiae Sibyllarum.

Unter den weltlichen Werken befinden sich über 150 französische Chansons und ungefähr 90 deutsche Lieder zu weltlichen und religiösen Texten. Die größte Bedeutung erhielt er aber mit seinen über 100 Madrigalen. Die Komposition Lagrime di San Pietro, sein letztes Werk, ist eine Sammlung von Madrigalen mit religiösen Texten. In seinen Messen verarbeitet er verschiedene Stilrichtungen, verwendet z.B. für kirchliche Kompositionen weltliche Melodien. Hierbei hält er sich sehr eng an seine eigenen Chansons.