Palestrina

1525 - 1594

 
Giovanni Pierluigi da Palestrina, ein bedeutender italienischer Komponist, wurde um 1525 in Palestrina südöstlich von Rom geboren. Er begann mit seiner frühen Schulung 1537 als Chorknabe an der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom und wurde 1544 Organist und Kapellmeister in der Kathedrale seiner Heimatstadt. 1551 verließ er diese wieder, um Kapellmeister an der Cappella Giulia der Peterskirche in Rom zu werden. 1555 wurde er zur Päpstlichen Kapelle (Cappella Sistina) zugelassen, musste später aber wieder zurücktreten, weil er verheiratet war. 1561 bis 1566 war er an Santa Maria Maggiore beschäftigt und kurz als Musiklehrer an einem Jesuitenseminar. Als Kapellmeister des Kardinals Ippolito d'Este II. wirkte er von 1567 bis 1571. Dann ging er bis zu seinem Lebensende an die Cappella Giulia zurück. 

Sein Werk:

In seiner Musik hält sich Palestrina streng an den ritualisierten Geist der Kirche. Er verwendet verschiedene technische Elemente, wodurch er einen sehr klaren Stil erreicht, z.B. sind keine Instrumente vorgesehen, alle Stimmen haben ähnlichen Charakter, seine Musik ist fast immer kontrapunktisch angelegt, mit gleichzeitig erklingenden, gleichermaßen wichtigen Melodielinien. Palestrina verwendet nur wenige Akkorde, aber er variiert diese zwischen den verschiedenen Stimmen, was ein Gefühl der Beständigkeit vermittelt. Jede Stimme hat aber ihre eigenen Akzentuierungsmöglichkeiten, wodurch der Eindruck einer starren Rhythmik verhindert wird. Die Melodielinien entfalten sich in langen, sanften Kurven. 

Er schrieb zahlreiche geistliche und weltliche Madrigale, 250 Motetten, 68 Offertorien, 45 Hymnen, 102 Messen und 35 Magnifikate und andere Werke. Viele seiner Werke konnte er schon zu Lebzeiten veröffentlichen. Im Gegensatz zu anderen Komponisten verwendete er weniger Neuerungen in der Kompositionstechnik. Seine Musik ist aber von großer Schönheit und Ausdruckskraft und repräsentiert den letzten großen Höhepunkt der Vokalpolyphonie.