Verbreitungsgeschichte
Inhalt:

1. Verbreitungsgeschichte

2. Bedeutung

3. Xylophontypen 4. Stimmung







Musikethnologen glauben ziemlich sicher, dass das Xylophon ursprünglich aus Borneo und Indonesien stammt. Von dort wurde es auf Völkerwanderungen, um 1000 v. Chr. und zwischen 500-1000 n. Chr. nach Afrika gebracht. Nach und nach verbreitete es sich dann von Ostafrika über Zentral- und Westafrika, was man an der Komplexität der Xylophone sehen kann. Mit der Kolonialisierung und dem damit verbunden Sklavenhandel gelangte das Xylophon mit den Sklaventransporten nach Amerika. Dort teilte sich dann die Entwicklung. Während sich in Nordamerika das heutige elektrifizierte Jazzinstrument Vibraphon herausbildete, entwickelte sich in Südamerika das heutige Marimbaphon. Zentralafrika war selbstverständlich nicht nur Durchgangsland, vielmehr ist das Xylophon dort weit verbreitet und prägt die dortige Musik auf besondere Art.

Die ersten schriftlichen und bildlichen Nachweise dieser Instrument in Afrika werden uns durch die Berichte der Missionare in Afrika geliefert. In den Berichten von Giovann Anntonio Cavazzi, der über Musikinstrumente der Königreiche Kongo, Matamba und Angola schreibt, stellt er ein Xylophon vor, das aus vierzehn oder sechzehn nebeneinander, nach klanglichen Gesichtspunkten angeordneten Kalebassen bestehe, die durch ein, aus zwei Latten bestehendes Gestell gut zusammen gehalten werden. Die Kalebassen seien so angebracht, dass die durch eine dünne Membran verschlossene Öffnung nach unten weise. Oberhalb jeder offenen Kalebasse befinde sich eine zwei Daumen breite und eine Spann lange hölzerne Platte. Wird sie vom Spieler mit den Fingern oder auch kleinen Schlägeln angeschlagen entstehe ein nicht unangenehmer Ton.

Auch der italienische Missionar Girolno Morella beschreibt ein Xylophon, das "marimba" genannt wird und das er am Hof von Songo, einer kongolesischen Provinz zu sehen bekam. Die Klangplatten dieses Instrumentes hießen "taculla" und sind aus Rotholz hergestellt. Es werde von vier Personen gespielt und aus der Ferne höre es sich recht harmonisch an, aus der Nähe höre man aber das Rasseln der Stöcke, berichtet Morella.

Ein weiteres Xylophon wird von dem Missionar Giovanni Francesco Romano beschrieben. Es ist ein etwas kleineres Instrument mit acht oder zehn Klangstäben und Kalebassen. Die Kalebassen werden der Größe nach geordnet, so dass sich die Öffnungen alle auf gleicher Höhe befinden. Über jede Öffnung ist eine Platte gelegt, die sich beim Anschlagen vibrierend hebt und senkt. Romano schreibt auch, dass die Spieler die Plättchen mit solch einer Gewandtheit anchlagen, dass es eine wahre Freude ist zuzuhören. Ähnliche Beschreibungen des Xylophons finden sich in Reisebericht vieler anderer Missionare und Forscher, die um 1700 in Zentralafrika waren.