Bedeutung
Inhalt:

1. Verbreitungsgeschichte

2. Bedeutung

3. Xylophontypen
4. Stimmung












Zweiplatten-
Resonatorenxylophon -
Lupembe

Das Xylophon wird in Zentralafrika zu sehr verschiedenen Anlässen benutzt, die von Stamm zu Stamm und von Land zu Land unterschiedlich sind. Diese Anlässe können feierlicher, religiöser oder einfach nur unterhaltender Natur sein.

Auf dem Bild sieht man das Musikensembles am Hof des Pende-Oberhauptes von Muhaku in Zaire. Ähnlich besetzte Hofensembles findet man im Einflussgebiet der Luanda- und Lubaherrscher in Nordostangola, Südostzaire und Nordwestzambia. Diese Ensembles spielten einmal zur Unterhaltung, aber auch zu rituellen Anlässen, wie am Tag des Samba, der Inthronisation des neuen Pende-Oberhauptes.

Bei diesem Ritual wird das zukünftige Pende-Oberhaupt am Morgen durch Umtanzen des Hauses der Macht abgeholt. Nachdem der neue Mfumu das Haus der Macht verlassen hat, beginnen die Musiker des Ensembles die durch Überlieferung festgelegten Rhythmen des ngangonge Tanzes zu spielen. Alle Mitglieder der Herrscherfamilie tanzen, allein, zu zweit oder zu dritt über den Platz vor dem Haus der Macht zu dem Ensemble hin. Dabei steigern sich Dynamik und Expressivität des Rhythmus und der Bewegungen der bei einem vorläufigen Höhepunkt der erreicht ist, wenn der Tänzer vor dem Ensemble tanzt. Muesa, der Wedel des Herrschers und das kuba, das Richtbeil sind die wichtigsten Insignien der Macht. Jedes Familienmitglied des Mfumu trägt sie einmal während des ngangnge Tanzes. Den endgültigen Höhepunkt bildet der Tanzes des neuen Mfumu selbst. Mit einem einzige Schlag des Beils muss er ein vorbereitetes Tier töten. Nun erst hat er das Recht als neuer Mfmumu aufzutreten. Nach einer Rede an das Volk durch den neuen Mfumu endet die Inthronisation mit einem ausgedehnten Tanzfest an dem die Bevölkerung und die Herrscherfamilie teilnimmt. Heute besteht das Hofensemble nur noch aus vier Trommeln, ohne Xylophon.

Hofensemble

Aber nicht nur am Hof wird bzw. wurde das Xylophon als wichtiges Ritualinstrument genutzt. Auch bei alltäglichen Dingen wie dem Heilen von Kranken spielt Musik und damit auch das Xylophon eine wichtige Rolle. Diese Heilung findet in verschiedenen Phasen statt und wird von einer Frau ausgeführt, der man übermenschliche Kräfte zuschreibt, der ko-ya-son, der Frau die Arznei tanzt. Die ko-ya-son hat eine Vermittlerrolle zwischen den Menschen, die sie um Hilfe anflehen und jenen Geistern, die den Körper befallen haben. Je nach Befund nutzt sie unterschiedliche Behandlungspraktiken: die Errichtung von Kultstätten, Darbietung von Sühneopfern, Praktiken der Zauberei und des Exorzismus. Der Ritus besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden oder gleichzeitig ablaufenden Vorgängen unterschiedlichen Charakters und differenzierter Bedeutungen, deren Einhaltung für das Gelingen der Hauptphase, die mit der Vertreibung des bösen Geistes endet erforderlich sind.

Die der Hauptphase der Heilungszeremonie nachfolgenden Verrichtungen verlaufen im allgemeinem ohne Musik.

Heilungszeremonie


Im Gegensatz dazu ist der Ablauf jenes Teils der Zeremonie, der mit dem Bau der Kultstätte beginnt und mit der Opferungszeremonie aufhört und den man als Höhepunkt des Gesamtkomplexes bezeichnet ohne die Beteiligung von Musikinstrumenten unvorstellbar.

Es ist auch nicht übertrieben, die Musik als treibende Kraft dieser Behandlung zu bezeichnen. Diese Art von Heilung findet allerdings nur bei Krankheiten statt, deren Ursache man einem bösen Geist zuschreibt. Dies erkennt man an einer schweren Anämie und einen damit verbundenen körperlichen Verfall.

Denn Grund zu erkunden, warum Mißernte, Seuchen und Tod ein Volk heimsuchen, ist die Aufgabe eines Spezialisten in Zentralafrika. Bei den Tshoweks der thai, bei den Lunda, Luba, Luluwa und den Pende der nganga oder der munganga, der tshitaha bei den Lewena. Dieser betreut die Zeremonie des Wahrsagens, das ngombo bzw. die Ursachenerforschung. Auch bei diesem Ritual spielt ein Xylophon eine wichtige Rolle, das Zweiplattenresonatorenxylophon, das Lupembe. In einem festgelegten, und überlieferten, musikalischen Ritual bittet der "Spezialist" zunächst die Ahnen um Hilfe und ruft den Herren des ngombo an, ihm die Lösung zu zeigen. Dabei erzeugt er durch Anschlagen die zwei Töne shina und songo. Der Ablauf des Rituals sollte möglichst unverändert bleiben, zeigt aber doch in Texten und Liedern lokale Veränderungen auf. Auch in der Instrumentenwahl gibt es lokale Unterschiede.